Aus dem Amerikanischen von Werner Richter. Für Philip Carter ist die Strafe vor dem Verbrechen gekommen: Man hat ihn für eine Unterschlagung verurteilt, die er nicht begangen hat. Im Gefängnis ändert sich Carters Charakter: Aus einem gutmütigen, fröhlichen Menschen wird ein kalter, undurchschaubarer Mann. Als Carter nach sechs Jahren entlassen wird, beherrscht er die Spielregeln der Welt perfekt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.01.2004
Auch dieser Roman, in den frühen 60er Jahren entstanden, wurde für die Werkausgabe bei Diogenes neu übersetzt. Man sollte ihn, wie überhaupt die meisten Bücher der Highsmith, ja nicht an einem schlechten Tag zur Hand nehmen, warnt Rezensent Burkhard Müller. Sie demoralisieren nämlich. Aber "es sind starke Bücher", hält Müller fest, denen jedoch nur der ausgeglichene Leser Stand halten könne. Anders als bei dem auch soeben neu übersetzten Roman "Der süße Wahn", der das Kriminalistische ins Wahnhafte umschlagen lässt, löse sich die Spannung bis zum Schluss nicht auf, verrät Müller. Der Antiheld der Geschichte ist ein Mann, der zunächst unschuldig im Gefängnis sitzt, zum Mörder wird, als er aus dem Gefängnis kommt und feststellt, dass sein Anwalt der Geliebte seiner Frau geworden ist. Kommt er mit seinem hanebüchenen Alibi durch? Wie reagiert seine Frau? Das seien die Fragen, die ihn als Leser beschäftigten, gesteht Müller. Nie hätte er ein Happy End und das Motiv der sauberen Weste mit einer "zwielichtigeren Ironie" gehandhabt erlebt.
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