Joachim Sartorius (Hg.)

Zwischen Berlin und Beirut

West-östliche Geschichten
Cover: Zwischen Berlin und Beirut
C. H. Beck Verlag, München 2007
ISBN 9783406563683
Gebunden, 288 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Navid Kermani. Autoren aus Deutschland treffen Kollegen in Ländern des Nahen Ostens, dann kommen diese zum Gegenbesuch nach Deutschland, und aus den wechselseitigen Erfahrungen entsteht Literatur: Ein West-östlicher Diwan. Bei der Begegnung in Beirut debattieren Autoren über den Wettstreit zwischen Muezzin und Glockengeläut, im Nildelta erkunden sie die "Erinnerungen, die Orte gespeichert haben"; sie laden zum Spaziergang ein durch das"traurige Berlin, das ich liebe", berichten von den Satellitenschüsseln selbst auf den kleinsten Hütten am Rande Casablancas. Ihre Gedichte umkreisen die"Flügel des Schicksals"am Potsdamer Platz in Berlin und berichten von Fes -"jedes minarett eines teppichs faden"; ihre Reportagen führen nach Bahrain und Teheran, nach Istanbul und Kairo. Dieser Band versammelt Erfahrungen aus 5 Jahren literarischer Begegnungen mit der Chance, die Literatur bietet: den radikal subjektiven Blick und die Fähigkeit, kulturelle Grenzen hinter sich zu lassen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.01.2008

Stefan Weidner findet, dass die Anthologie mit Texten, die aus dem Austausch von deutschen und orientalischen Autoren von 2002 bis 2007 hervorgegangen ist, insgesamt ein buntes Bild vom eigenen Blick auf die Fremde und vom fremden Blick auf uns zeichnet. Am besten sind die Texte immer dann, wenn sie sich literarisch mit der Auslandserfahrung auseinandersetzen, betont der Rezensent. So gibt er auch den Marokko-Gedichten von Ulrike Draesner ausdrücklich den Vorzug gegenüber ihrer Reportage, und er glaubt, dass im Gegensatz zu den vor allem Bericht erstattenden Beiträgen des überwiegenden Teils der orientalischen Schriftsteller die Gedichte des libanesischen Lyrikers Abbas Beydoun von bleibendem Wert sind. Als brillant preist Weidner Martin Mosebachs Textminiaturen über Kairo, dem es darin gelinge, das Spezifische zu fassen, ohne Klischees zu vermitteln.
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