Alexandre Najjar

Die Schule des Krieges

Erzählung
Cover: Die Schule des Krieges
Das Arabische Buch Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783860933152
Gebunden, 112 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und übertragen von Huberta von Voss-Wittig. "Wenn wir uns unserer Vergangenheit nicht stellen, haben wir keine Zukunft." Alexandre Najjar, der als Literat zu den großen Hoffnungen der Frankophonie gehört, hat den libanesischen Bürgerkrieg als Kind durchlebt. Trotz der Wut über die verlorene Kindheit erzählt Najjar seine weitgehend autobiografischen Geschichten ohne Zynismus und manchmal mit zurückhaltendem Humor.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2002

Obwohl der Krieg im Libanon erst zehn Jahre zurück liegt, wissen viele Jugendliche heute nichts über diese Epoche ihrer Geschichte, stellte Alexandre Najjar bei der Befragung von Schülern fest. Rezensentin Mona Naggar vermutet hier die Motivation des Autors, sich an das Thema aus der Perspektive eines Kindes anzunähern . Najjar, der selbst zu Beginn des Krieges ein achtjähriges Kind war, gebe hier seine persönliche Sichtweise wieder, so die Rezensentin. Er berichtet, wie die Erfahrung des Krieges sein Leben geprägt hat, spricht etwa von der ständigen Angst, ein Familienmitglied zu verlieren. Oder von den zu Friedenszeiten selbstverständlichen Dingen des Alltags, über die niemand nachdenkt, die im Kriegszustand jedoch fehlen. Dass der Literatur bei der Aufarbeitung der Geschichte eine besondere Rolle zukomme, da eine objektive Geschichtsschreibung sich in diesem Land angesichts zahlreicher religiöser Gruppen besonders schwierig gestalte, ist Autor und Rezensentin bewusst. Und wenn einige Autoren sich bereits der Aufgabe gestellt haben, seien es bisher nur wenige gewesen, die es aus der Perpektive des Kindes versucht haben, weiß Naggar.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2002

"Mit dem unschuldigen Blick eines Kindes" wird auf den Alltag im libanesischen Bürgerkrieg geschaut - eine Sichtweise, die der mit Her. zeichnende Rezensent für sehr angemessen hält. Dass der Autor, ein "Hoffnungsträger der Frankophonie", wie der Rezensent meint, und heute Berater des libanesischen Kulturministers, den Krieg nicht verarbeiten kann, von dem er immer noch eine Kugel in der Brust trägt, wird in der Erzählung sehr deutlich. Bei einer Jugend, die vom Krieg und das heißt auch: nicht vom "ersten Kuss", sondern von der "ersten Leiche" geprägt werde, kann das nicht verwundern, klingt es bei Her. durch.
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