Joachim Sartorius

Für nichts und wieder alles

Gedichte
Cover: Für nichts und wieder alles
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016
ISBN 9783462048223
Gebunden, 96 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Joachim Sartorius bewohnt das zwielichtige und fruchtbare Territorium, wo Orient und Okzident sich begegnen. In seinem neuen, lange erwarteten Gedichtband finden wir seine halb imaginierten, halb realen Städte wieder: Alexandria, Nikosia, Syrakus und Istanbul. Das Geheimnis des Reisens und das Geheimnis des Staunens werden im Schreiben eins. Sartorius sucht nach den Erzählungen des östlichen Mittelmeers und nach den Leerstellen der Kulturen der Levante. Den Orten und Mythen, die am Weißen Meer angesiedelt sind, stellt er einen langen Zyklus über ein Dorf in Brandenburg und Gedichte über Schönheit und Vergänglichkeit gegenüber. Das Paradox, dass gerade die Sinnlosigkeit unseres täglichen Tuns durch die Poesie zum Leuchten gebracht wird und so ins Sinnvolle umschlagen kann, durchzieht das gesamte Buch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2016

Andreas Platthaus gratuliert Joachim Sartorius zum 70. Seine Hommage an den Dichter Sartorius, den "guten Geist der Lyrik", beginnt er mit einer Erläuterung. Nicht das Formale, sondern das Anschauliche und der erzählerische Gestus stünden in den Gedichten des Jubilars im Vordergrund. Geprägt seien die Texte nicht zuletzt durch die Weltläufigkeit ihres Autors. Auch wenn die alten Texte ums Mittelmeer dem Rezensenten dieser Tage geradezu eskapistisch anmuten. Besser scheint ihm der neue Band zu gefallen, der erste seit 2008, weil der Autor hier zeitgemäß pessimistisch, zynisch oder auch poetisch dezent (und nur manchmal allzu bemüht juxig) schaut auf Himmel, Erde und das eigene Altern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2016

Rezensent Kurt Drawert gibt sich dem Assoziationsfluss der neuen, weltläufigen Gedichte von Joachim Sartorius rückhaltlos hin. Das liegt an der Sicherheit gebenden Strukturiertheit des Bandes, die es Drawert ermöglicht, sich auf das herausgestellte Ungewisse in den Texten einzulassen, auf Sinnumleitungen, Rhetorik der Tropen und das Thematisieren der Bedingungen des Sprechens. Trotz der formalen Sicherheit, die Drawert schätzt, bleibt genug narrative Energie, ein erzählerisches Begehren, wie Drawert es nennt, um den Leser mit- und hinzureißen.

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