Jeroen Brouwers

Geheime Zimmer

Roman
Cover: Geheime Zimmer
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart / München 2002
ISBN 9783421055989
Gebunden, 430 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby. "Geheime Zimmer" ist ein Roman über die klassischen Themen der Weltliteratur: über Leidenschaft und Eifersucht, über Zweifel und Desillusionierung, über Lüge, Verrat und Tod, vor allem über etwas, was es schon immer gegeben hat: über verbotene Liebe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2003

Im Mittelpunkt dieses höchst vergnüglich zu lesenden und dramaturgisch geschickt konstruierten Romans des Niederländers Jeroen Brouwers steht eine heimlich und "mehrfach Geliebte", die ihre Gefühle vor der Außenwelt verbirgt und in ihre "geheimen Zimmer" verweist, erklärt Martin Zingg den Titel. Während Daphne ihren Ehemann betrügt und sich von ihrer Jugendliebe, dem Ich-Erzähler Jelmer, anbeten lässt, sei sie in Wahrheit einem dritten verfallen. Die Geschichte werde jedoch nicht aus Sicht der Frau erzählt, weshalb nur stückchenweise etwas davon ans Licht kommt, erklärt Zingg. Brouwers ist ein "meisterhafter Inszenator" dieses Versteckspiels, das auf Dauer hochexplosiv wirkt und die insgesamt biedere Welt dieser Paare ins Trudeln geraten lässt, lobt unser Rezensent, der auch Christiane Kubys Übersetzung flüssig und präzise findet. Dem Lesevergnügen steht also nichts mehr im Weg.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.12.2002

Aufregend, teilt der Rezensent Alexander von Bormann gleich zu Beginn mit, seien bei diesem Buch weder Charaktere noch Handlung. Die Stärke liegt in der Darstellung, die sich über komplex ineinander verwickelte Stränge über eine Reihe von Jahren erstreckt. Es ist die Geschichte des Lebens von Jelmer van Hoff, erzählt von ihm selbst. Schicksalhaft seine Freundschaft mit Nico, dem Erfolgreichen, der bei einem gemeinsamen Ausflug zu Studentenzeiten einen höchst bedeutenden archäologischen Fund gemacht hat. Von da an ging es aufwärts für ihn, Jelmer dagegen ist, als die Erzählung einsetzt, mehr oder weniger gescheitert. Eine Frau, Daphne, steht zwischen beiden, sie fungiert als Sirene, nicht die einzige Odyssee-Anspielung, wie wir erfahren. Von Bormann bescheinigt dem Autor, aus dem eher reizschwachen Plot "pralle, sinnlich starke Szenen" destilliert zu haben - und hätte das Lektorat "ein paar kräftige Schnitte gewagt", es hätte aus dem starken Buch ein "Meisterwerk" werden können.
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