Thomas Rosenboom

Der Nachfolger

Roman
Cover: Der Nachfolger
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2009
ISBN 9783421057891
Gebunden, 342 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. Ein opulent ausgestalteter Zeit- und Gesellschaftsroman. Die Niederlande, 1912: Werfteigentümer Berend Bepol will sich zur Ruhe setzen. In seinem Schwiegersohn Niesten glaubt er den perfekten Nachfolger für die Betriebsleitung gefunden zu haben, doch plötzlich dreht sich der Wind und die beiden werden zu erbitterten Rivalen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2009

Hohe Anerkennung zollt Rezensentin Sarah Elsing diesem Roman von Thomas Rosenboom um das Schicksal des Schiffbauers Bernend Bepols, dessen Werft am Boden liegt. Sie sieht darin eine "große Parabel auf die Krise?, die eine Menge mit der heutigen Zeit zu tun hat. Zugleich handelt der im frühen 20. Jahrhundert spielende Roman für sie vom aussichtslosen Kampf des Einzelnen gegen die Übermacht des Epochenwandels. Vor allem aber ist das Werk in ihren Augen die großartige Charakterstudie eines Mannes, "wie es ihn in unserer globalisierten Zeit kaum noch gibt?. Mit Lob bedenkt sie die starke Konstruktion der Rivalität Bepols mit seinem Schwiegersohn und Nachfolger Niesten. Bisweilen ufert Rosenbooms Reichtum an Metaphern für Elsings Geschmack zwar ein wenig aus, im Wesentlichen aber findet sie den Roman brillant erzählt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2009

Rezensentin Dorothea Dieckmann hat bei der Lektüre dieses Buches gelitten, und sie nimmt es dem Autor umso übler, als er eindeutig was kann. Während sie eingangs zwar lobt, dass er in der Reihe von ihm verfasster monothematischer Romane zum Thema "Markt und Ökonomie" vom Seitenumfang immer disziplinierter werde, muss sie doch erfahren, dass er die schlimmste seiner Untugenden auch auf kürzerer Strecke nicht verloren hat. Diese Untugend ist eine von der Rezensentin als geradezu endlos beschriebene Geschwätzigkeit. Die legt er nun einem der beiden seiner Helden in den Mund, einem Unternehmer und Werftbesitzer namens Berend Bepol. Der sieht sich herausgefordert von einem schweigsamen Mann namens Niesten, der, nachdem Bepol ihm die Unterstützung verweigert hat, im eigenen Garten ein Schiff baut. Das alles spielt im Groningen des frühen 20. Jahrhunderts und wäre spannend und lehrreich und interessant, würde es nicht durch des Helden/Autors Lust am "Salbadern" doch wieder rasend "strapaziös". Da rettet auch das "atemberaubende" Ende des Buches für Dieckmann nicht mehr sehr viel.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…