Aus dem Englischen von Andreas L. Hofbauer. Mit Beiträgen von Michel Foucault und Henry Sidgwick. Im "Panoptikum", Jeremy Benthams idealem Gefängnis- und Erziehungsbau, werden die Delinquenten permanenter Überwachung durch einen Aufseher unterzogen, der im Mittelpunkt eines kreisförmigen Gebäudes sitzt. Aber zu welchem Zweck? Michel Foucault interpretierte in seinem Werk Überwachen und Strafen (1975) Benthams Bau als Prototyp für die latente Perversion bürgerlicher Aufklärung, die Schizophrenie eines Liberalismus, der stets das Gute will und stets das Böse schafft. Aber stimmt das wirklich? Die erste deutsche Übersetzung von Panoptikum offenbart die Aktualität von Benthams Gedankenwelt. Als Begründer des Utilitarismus und Anhänger des Wirtschaftsliberalismus war er davon überzeugt, dass der Kapitalismus der wahre Schlüssel zum Glück des Menschen ist und nichts anderes als den Weg zum Glück wollte er mit dem "Panoptikum" jedem Menschen ebnen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2013
Das Buch liest Urs Hafner vor allem gegen den Strich mit Gewinn. Indem er nämlich Jeremy Bentham als den im Grunde zynischen und den Pöbel verachtenden Utilitaristen erkennt, der er war. Den Versuch die deutsche Erstausgabe von Benthams "Panoptikum" mit ein bisschen Foucault zur reformatorischen Großtat zu stilisieren und den Autor zu rehabilitieren, schlägt laut Hafner fehl. Die dem Rezensenten aufgehende Parallele zum "aktivierenden Sozialstaat" trägt auch dazu bei.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…