Der Utilitarismus ist vermutlich die am weitesten verbreitete ethische Theorie, wird jedoch gegenwärtig vielfach kritisiert. Bernhard Gesang zeigt an vielen konkreten Beispielen: Die Besinnung auf die humanen Aspekte des Utilitarismus kann gerade heute wichtige Argumente und Lösungsvorschläge in die Moraldebatte einbringen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2004
Bernward Gesang: Eine Verteidigung des Utilitarismus Ganz und gar nicht überzeugt ist Wolfgang Kersting von dieser Schrift, mit der Bernward Gesang anhebt, den Utilitarismus zu verteidigen, also jene Ethik, laut der glücklich macht, was nützlich ist. Wie der Rezensent mit leichtem Spott bemerkt, will Gesang einen "Utilitarismus mit menschlichem Antlitz" aufzeigen. Die Thesen des Autors fußen dabei, wie der Rezensent erklärt, auf einem psychologischen Glücksverständnis, dem es nicht darum geht, "gewünschte Weltzustände zu realisieren, sondern positive Empfindungen, angenehme mentale Zustände zu vermehren". Rezensent Kersting erkennt dies an die Logik eines Junkies und erinnert daran, dass selbst John Stuart Mill, einer der Wegbereiter des Utilitarismus, "lieber ein unglücklicher Sokrates denn ein glückliches Schwein gewesen wäre". Auch die zweite große Klippe schafft Gesang in Kerstings Augen nicht: die Nützlichkeitsethik in Übereinstimmung zu bringen mit "unserer intuitiven Gerechtigkeitsauffassung". Hier verweise der Autor lediglich auf generelle "Unbehaglichkeitsgefühle" und die "Abwägungskompetenz des common sense", wodurch Kersting Ethik durch Demoskopie ersetzt sieht.
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