Das populäre Bild der Wehrmacht ist auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs positiv besetzt. Im Selbstbild deutscher Familien werden die Väter und Großväter überwiegend als anständige Soldaten gezeichnet. Populärwissenschaftliche Publikationen zur Wehrmacht, zur Waffen-SS und zum Zweiten Weltkrieg zählen zu den auflagenstärksten Titeln des deutschen Buchmarktes. Ihr Erzählmuster scheint sich seit den 1950er Jahren nicht wesentlich geändert zu haben: Die Wehrmacht wird als hochprofessionelle Armee dargestellt, ihre Generäle als geniale Strategen, die einfachen Soldaten als tapfere Landser. Kriegsverbrechen und Holocaust werden ausgeblendet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2019
Isabell Trommer gibt Entwarnung. An eine Renaissance der Legende vom guten Landser mag sie nicht glauben, auch wenn die Autoren und Autorinnen um den Historiker Jens Westermeier laut Trommer sehr gut erläutern, wie das positive Bild der Wehrmacht nach dem Krieg entstand - in Filmen, Büchern, Heftchenromanen. Dass sich die Wahrnehmung diesbezüglich seither gewandelt hat, vermittelt der Band für Trommer nämlich auch - in Form einer aufschlussreichen Überblicksdarstellung.
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