Bernhard R. Kroener

Der starke Mann im Heimatkriegsgebiet. Generaloberst Friedrich Fromm

Eine Biografie
Cover: Der starke Mann im Heimatkriegsgebiet. Generaloberst Friedrich Fromm
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2005
ISBN 9783506717344
Gebunden, 1060 Seiten, 59,90 EUR

Klappentext

Friedrich Fromm (1888-1945) ist ein bekannter Unbekannter - man kennt ihn, aber wenig weiß man von ihm. Dabei war der gelernte Artillerist seit 1933 wie kein anderer Offizier für die personelle und materielle Aufrüstung des deutschen Heeres verantwortlich. Als Chef des Allgemeinen Heeresamtes und seit 1939 als Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres nahm er eine Machtstellung ein, die ihn zu einem der wichtigsten und einflussreichsten Männer der Heeresführung werden ließ. Seinen "starken Mann im Heimatkriegsgebiet" nannte 1942 Hitler den glänzenden Organisator, der Ende 1941 sogar als neuer Oberbefehlshaber des Heeres im Gespräch gewesen war. Obwohl Fromm über lange und entscheidende Jahre im militärischen Zentrum des Dritten Reiches stand, ist es ein einziger Tag, der allein ihn im Gedächtnis der Nachwelt lebendig erhalten hat: der 20. Juli 1944, als er im Bendler-Block in Berlin Stauffenberg und drei seiner Mittäter erschießen ließ.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2005

Völlig einverstanden zeigt sich Rezensent Frank-Lothar Kroll von dieser über tausend Seiten starken Biografie über Generaloberst Friedrich Fromm, die der Potsdamer Militärhistoriker Bernhard R. Kroener vorgelegt hat. Fromm war Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres, und gelangte bisher vor allem dadurch zu Berühmtheit, dass er die Erschießung des Grafen Stauffenberg und seiner Mitverschwörer anordnen ließ. Ganz richtig findet Kroll aber, dass Kroener Fromms Persönlichkeit nicht allein aus seinem Handeln am 20. Juli 1944 beurteile, sondern seinen Lebenslauf "biografisch umfassend" rekonstruiere. Dabei zeigte sich dem Rezensenten, dass Fromm vielleicht ein talentierter Organisator, aber eben doch nur recht durchschnittlicher Mann gewesen sei. Keine Einwände erhebt Kroll gegen die Deutung des Autors, Fromm habe die Verschwörer des 20. Juli aus edlen Motiven erschießen lassen - um sie nämlich vor einer noch schrecklicheren "Rache des Regimes" zu schützen (wodurch wir natürlich auch begreifen, dass ein Chef der Heeresrüstung nicht zum Regime gehört).