Ludger Tewes

Rotkreuzschwestern

Ihr Einsatz im mobilen Sanitätsdienst der Wehrmacht 1939-1945
Cover: Rotkreuzschwestern
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2016
ISBN 9783506782571
Gebunden, 525 Seiten, 59,00 EUR

Klappentext

Die Tätigkeit der Rotkreuzschwestern in den Sanitätseinheiten der Wehrmacht, bei den Flugbereitschaften sowie in den Lazarettzügen und auf den Lazarettschiffen wird in diesem Band erstmals umfassend untersucht. Ludger Tewes analysiert die Erfahrungen der Schwestern in den Kriegslazaretten, ihre Gefährdung in den Zonen hinter den Schlachtfeldern und die Bedingungen ihrer Gefangenschaft in den Händen der Westalliierten und der Roten Armee anhand der Vorgangsakten und der schriftlichen Äußerungen der Frauen. Hinsichtlich der Geschlechterrollen bedeutete die Arbeit der Schwestern mit Ärzten und Sanitätern der Wehrmacht eine fachliche und menschliche Herausforderung in extremer Lage und in ungewohnter Umgebung. Viele Schwestern emanzipierten sich angesichts großen Personalmangels im Sanitätsdienst der Wehrmacht durch die situative Übernahme verantwortungsvoller zusätzlicher Arbeitsaufgaben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2016

Christiane Liermann liest Ludger Tewes' Buch mit Interesse. Mit dem mobilen Sanitätskriegsdienst als Schwerpunkt, gestützt auf Akten des DRK und des Sanitätsdienstes der Wehrmacht sowie auf Tagebücher, Briefe und Memoiren von Rotkreuzschwestern rekonstruiert der Autor laut Liermann Fronteinsätze in Frankreich, Griechenland, Afrika, auf dem Balkan und im Osten. Die leicht monotone und für Liermann nicht immer genug fokussierte Schilderung wird laut Rezensentin durch den Erkenntnisgewinn aufgewogen, den ein solcher Blick auf das Geschehen an der Front mit sich bringt. Das ist für Liermann kein revolutionär neues Bild, aber doch der ein oder andere Mosaikstein zu einer Erfahrungsgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Dabei wird für die Rezensentin nicht zuletzt deutlich, wie sehr die Erfahrungen und Meinungen der Schwestern gleich denjenigen vieler anderer Deutscher durch überpersönliche Deutungsmuster und Wertvorgaben geprägt waren.
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