Jean-Michel Guenassia

Eine Liebe in Prag

Roman
Cover: Eine Liebe in Prag
Insel Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783458175858
Gebunden, 511 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Josef Kaplan, 1910 in Prag geboren, studiert, wie alle seine jüdischen Vorfahren, an der dortigen Universität Medizin, begeistert als Tangotänzer die Damen, engagiert sich in der sozialistischen Studentenbewegung der Zwischenkriegszeit. 1935 zieht es ihn nach Paris, von da nach Algerien und wieder zurück in die CSSR, wo er 1952 seine politische Desillusionierung erlebt. Der politischen Katastrophe folgt 1956 die private: Die Schauspielerin, Ehefrau, Mutter seiner Tochter und seines Sohnes, reist mit dem Sohn nach Frankreich, kehrt von dort jedoch nicht zurück. Professor Josef Kaplan kämpft mit den Widrigkeiten des Sozialismus - bis zum Ende des Ost-West-Konflikts und darüber hinaus.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.08.2014

Rezensent Tobias Schwartz betet fast, dass der französische Autor Jean-Michel Guenassia seinen neuen Roman "Eine Liebe in Prag" ironisch meint. Denn die Geschichte um einen in Prag geborenen Arzt, der nach Algerien auswandert um dort als Tangotänzer Frauen aufzureißen, Jahre später mit einer erwachsenen Tochter nach Prag zurückkehrt, die sich in den myteriösen Ramon verliebt, der sich wiederum als junger Guerillero Che Guevara entpuppt, ist so vollgestopft mit Kitsch, dass der Kritiker das Gefühl hat, kopfüber in eine Buttercremetorte gesprungen zu sein. Nach der erschöpfenden Lektüre völlig sinnfreier, aber schön schwülstiger Sätze kann Schwartz diesen Roman nur einer "debilen Kaffeeklatschrunde" empfehlen - es sei denn, räumt er ein, es handele sich doch um ein äußerst verkapptes Gesellschaftspanorama.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.05.2014

Jean-Michel Guenassias Roman "Eine Liebe in Prag" scheint Ulrich Seidler gleichermaßen erschöpft und befriedigt zu haben, so viele Ereignisse von historischem Gewicht hat der Autor seinem Protagonisten aufgeladen. Guenassia erzählt die Geschichte von Josef Kaplan - auf die Anspielung auf Kafkas Josef K. wird im Buch sorgfältig aufmerksam gemacht, verrät der Rezensent -, der erst Mediziner, dann Marxist wird, der vor der Judenverfolgung nach Algerien flüchtet, nach dem Krieg und seiner Rückkehr dann Karriere in der Kommunistischen Partei macht, dessen Tochter mit Che Guevara anbandelt und der, inzwischen hundertjährig, Seidler noch "hinüber in die utopielose Gegenwart" geleiten darf. Das reicht dann auch wirklich, findet der Rezensent.

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