Aus dem Französischen von Martine Hénissart und Thomas Laugstien. Mit seinem neuesten Buch und angesichts der Ereignisse unserer Tage - der Realität terroristischer Attentate, dem unnachgiebigen Fortschreiten der Oikotechniken (Ökonomie, Finanztechnologie) - reflektiert Jean-Luc Nancy auf die Frage nach einem richtigen Sprechen und dem erforderlichen Tun. Dabei gilt es Begriff und Realität von Politik neu zu hinterfragen, ihre Tragweite und ihre Begrenzungen auf die Frage daraufhin zu fokussieren, was jenseits einer Ethik, fernab von den Fragen der Machbarkeit, der Verwirklichungen und der Auswirkungen zu tun geboten ist. Ein solches Nachdenken, was ein Sagen und Tun heute bestimmen kann, durchquert Kants "Was soll ich tun?" ebenso wie Lenins "Was tun?", stellt sich mit Godard der von Anna Karina in Pierrot le Fou gesungenen Frage "Was kann ich nur tun? Ich weiß nicht, was tun…", um schließlich zu einem Modus zurückzufinden, der das Tun aufs intimste mit der Existenz selbst in Verbindung setzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2017
Alf Christophersen lässt sich von Jean-Luc Nancy und seinen drei Essays den Geist massieren. Assoziativ springend, doch mit eindeutiger Botschaft stimuliert der Autor Christophersens Denkvermögen, bis er mit dem Autor übereinstimmt: Man muss etwas tun! Gegen den Kapitalismus, auf den Nancy den religiösen Fundamentalismus zurückführt, vielleicht gar gegen das Rechtsstaat, dessen Legitimation Nancy laut Rezensent anzweifelt.
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