Aus dem Französischen von Richard Steurer. Die Wahrheit der Demokratie ist diese: Sie ist im Gegensatz zu dem, was sie für die Alten war, keine politische Form unter anderen. Sie ist gar keine politische Form, oder aber und zumindest ist sie nicht vor allem eine politische Form.
Sehr inspiriert bespricht Thomas Assheuer das schmale Buch des französischen Philosophen. Denn dessen, von Assheuer als "wildromantisch" empfundene Ideen einer ästhetischen Demokratie, die das "Regime der kapitalistischen Zwecke" in seine Schranken weist, um das freie Spiel auch des Wertlosen und die nicht am Wert messbare Differenz zu schützen, findet er höchst erwägenswert. Allerdings warnt Assheuer potenzielle Leser auch, theorieunerfahrene insbesondere. Denn die Lektüre von Nancys Denkstücken sei nicht einfach, manchmal sogar mühsam bis quälend. Selbst versierte Leser, legen die Ausführungen dieses Kritikers nahe, müssen verschiedentlich Blindflüge durch schwarze semantische Löcher auf sich nehmen, was Assheuer zu der abschließenden Spitze herausfordert: lange sei die Demokratie nicht mehr so begriffsaristokratisch verteidigt worden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.12.2009
Laut Rezensent Christian Schlüter hat sich der Philosoph Jean Luc Nancy in seiner kurzen und knappen Schrift an ein großes Tabu herangewagt; Er stellt die Demokratie in Frage. Ein solcher Ansatz ist heutzutage nach Ansicht des Rezensenten eine der wenigen Thesen, mit der man überhaupt noch provozieren kann. Das allerdings tut der Autor nach Schlüters Meinung auf vergleichsweise "behutsame" Weise - zumindest verglichen mit anderen zeitgenössischen Denkern wie etwa Slavoj Zizek oder Toni Negri. Schließlich will er die Demokratie nicht abschaffen, sondern bestreitet lediglich einen "zentralen Geltungsanspruch" dieser politischen Praxis. Nancys Kernthese ist nach Schlüters Darstellung, dass die Demokratie den Menschen nicht in der ihm eigenen "Unruhe und Unbestimmheit" existieren lässt.
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