Jan Böttcher

Geld oder Leben

Roman
Cover: Geld oder Leben
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783871345302
Gebunden, 301 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Karl ist 21 und vorbestraft, weil er seine eigene Mutter an ihrem Sparkassenschalter überfallen hat. Nicht aus Gier - Karl kann mit Geld wenig anfangen -, sondern in der liebevollen Absicht, sie von ihrer akuten RAF-Phobie zu heilen. Nun fährt er in einem VW-Bus, der ihm nicht gehört, von der Lüneburger Heide nach Brandenburg: zur Beerdigung seines Großvaters, einst selbst als Hausmeister bei der Sparkasse angestellt, der aus dunklen Gründen in die DDR floh. Karl, damals noch ein Kind, will die Rätsel endlich lösen. War sein Großvater wirklich ein Informant des Verfassungsschutzes? Seine Suche führt Karl in die tragikomische Vergangenheit einer Familie zurück, deren Schicksal untrennbar mit der Modernisierung der heimatlichen Sparkasse verknüpft bleibt. Sie führt ihn aber auch in die Arme der schönen Streetworkerin Nane, die mehr über seinen Großvater zu wissen scheint, als sie preisgeben möchte...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2006

Mit viel Lob versieht Rezensent Richard Kämmerlings Jan Böttchers "lebenskluges" neues Buch, dessen "leiser, manchmal jugendlich-schnoddriger Ton" ihm besonders unter die Haut gegangen ist. Das Buch, das seinen Informationen zufolge um die Jahrtausendwende spielt, beginne als westdeutsche Provinzbiografie aus dem Sparkassler-Milieu, entwickele sich aber bald zu einer deutsch-deutschen Zeitgeschichte, bleibe dabei aber immer im Rahmen des Entwicklungsromans. Böttcher erzähle seine Geschichte als Liebesgeschichte und Auseinandersetzung über Ost- und Westbiografien. Besonders kann Böttcher den Rezensenten mit dem "Realismus seiner Figurenzeichnung" beeindrucken. Aber auch den Dialogen bescheinigt er ein höchstes Maß an Glaubwürdigkeit. Zusammengehalten wird die Geschichte laut Kämmerlings vor allem von der Selbstironie der Erzählerstimme.
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