Michael Wallner

Finale

Roman
Cover: Finale
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783871344725
Gebunden, 187 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Gleich an seinem ersten Abend in Wien geht der Mann ins Symphoniekonzert und sieht auf dem Podium eine junge Geigerin, die ihn an seine große Liebe erinnert - Klara. Doch sie kann es nicht sein, denn Klara ist tot, vor Jahren und mysteriösen Umständen ertrunken. Die Begegnung mit ihrer Doppelgängerin weckt im müden Helden neuen Lebensmut und Tatendrang. Er ist überzeugt, Klara wiedergefunden zu haben, obgleich die junge Frau selbst davon nichts wissen will.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004

Mit diesem Roman über einen Konzertmanager, der an Leberkrebs leidet und in einer Sängerin seine ertrunkene Liebe Klara wiederzuerkennen glaubt, geht Michael Wallner "aufs Ganze", meint Meike Fessmann durchaus anerkennend. Was im Klappentext als Roman über "die Musik, die Liebe und den Tod" angepriesen wird, ist in Wirklichkeit eine Reflexion über die Angst des Künstlers, "mittelmäßig zu sein", erklärt die Rezensentin, die dies auch viel "interessanter" findet. Ganz bewusst habe Wallner dabei seine Geschichte "gnadenlos überinstrumentiert" und seinen bekannten knappen und etwas "flapsigen" Stil in eine an Thomas Bernhard erinnernde Sprache gebracht. Neben "Österreich-Beschimpfung, Künstlerproblematik und Todesbesessenheit" hält Wallner aber durchaus an seinen Vorlieben fest und so spielen in diesem Roman das Interesse an der Überschreitung der Körpergrenzen und der physikalischen Gesetze und dem Außerkraftsetzen der zeitlichen Dimension eine Rolle, stellt die Rezensentin fest. Sie lobt das Buch als "virtuos überdrehten Rechenschaftsbericht", in dem der Autor über das "Sozialsystem Kunst und seinen ganz spezifisches Ausschlussmechanismus" nachdenkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2004

Ein schönes schriftstellerisches Debüt legt der Regisseur und Schauspieler Michael Wallner mit diesem Roman vor, der sich nach Hardy Reich als Variation von Hitchcocks "Vertigo" lesen lässt. Ansonsten sieht Reich überwiegend österreichische Bezüge aufschimmern, die Romankonstruktion erinnert ihn an Leo Perrutz, stilistisch sieht er eine Nähe zu Thomas Bernhard. Dennoch sei Wallner "kein Stimmenimitator", betont Reich, sondern habe zu einem ganz eigen faszinierenden Erzählstil gefunden. Die Geschichte des Romans indes ist sehr österreichisch, unschwer seien Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens wie Alfred Hrdlicka oder Nikolaus Harnoncourt zu erkennen, aber niemand werde einfach nur porträtiert. Die private Obsession eines verhinderten Künstlers für eine Frau wird mit der politischen Situation quergeschlossen, in der die Rechte bedrohlich agiert, berichtet Reich. Wallners "Finale" zeige, wie man aus traditionellen Motiven und Themen der österreichischen Literatur auch "Funken der Aktualität" schlagen lassen könne, vermeldet der Rezensent begeistert.
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