James Fenimore Cooper

Die Heidenmauer oder Die Benediktiner

Roman um die Zerstörung der Limburg
pro Message Verlag, Ludwigshafen 2001
ISBN 9783934845077
Gebunden, 408 Seiten, 32,72 EUR

Klappentext

Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Paul Klebs. Mit 12 s/w- und 2 farbigen Abbildungen. Generationen von Jugendlichen haben sie verschlungen, die Romane von James Fenimore Cooper, allen voran "Lederstrumpf" und "Der letzte Mohikaner". Nicht so populär wurde "Die Heidenmauer oder Die Benediktiner". Der Roman handelt von der Zerstörung der Limburg bei Bad Dürkheim. Cooper hat ihn 1832 nach einem Aufenthalt in der Kurstadt veröffentlicht. Im gleichen Jahr erschien eine deutsche Übersetzung, die im 19. Jahrhundert mehrere Neuauflagen erfuhr.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001

In Deutschland hat James Fenimore Cooper als Verfasser von "Der Lederstrumpf" und "Der letzte Mohikaner" vor allem das jüngere Lesepublikum begeistert und mithin das Genre des Frontier-Romans begründet. Was vielen weniger bekannt sein dürfte, ist, dass der radikalliberale Schriftsteller von 1826 bis 1833 in Europa, überwiegend in Paris, gelebt und auch die Pfalz bereist hatte, berichtet Evelyn Finger. Seine Eindrücke über Deutschland, das er mit einer bissigen Kritik belegte, verarbeitete er in dem Roman "Die Heidenmauer oder die Benediktiner", der im Jahr 1832 sofort ins Deutsche übersetzt und zum letzten Mal 1861 verlegt wurde. Wer sich darauf einlässt, die etwas langatmige Einleitung zu überstehen, wird reich belohnt, meint die Rezensentin. Am Ende hat der Leser ein dichtes Sittengemälde der Deutschen und verschiedene Charaktere im Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdbestimmung vor Augen. Die neue Übersetzung von Paul Johann Klebs, Jurist a. D. und Besitzer eines Gartens mit Blick auf eben jenes Benediktinerkloster, reicht zwar sprachlich nicht an Cooper-Übersetzungen von Arno Schmidt heran, lässt sich dafür aber sehr gut lesen, befindet die Rezensentin. Zwar wirke die deutsche Version sprachlich forscher als frühere Versionen, dafür aber auch eindeutiger und klarer. Nur eines hat der Rezensentin missfallen: Coopers jedem Kapitel vorangestellte Zitate hätte Klebs durchaus erhalten müssen, denn zumindest Finger erscheinen sie als wertvolle Stichwortgeber.