Aus dem Englischen von Werner Petermann. "Applaus dem Anarchismus" ist kein Manifest, es ist das lebhafte, oft amüsante Plädoyer für eine anarchistische Sicht auf die Welt. Engagiert erzählt der renommierte Politologe und Anthropologe James C. Scott Beispiele und Anekdoten aus dem sozialen und politischen Alltag und der Geschichte von Massenprotesten und Revolutionen, die den gesunden Menschenverstand, das Urteilsvermögen und die Kreativität der Leute feiern. Scotts Beispiele sind so überzeugend, dass sie uns herausfordern, den Wert von Hierarchien im öffentlichen und privaten Leben radikal in Frage zu stellen - von der Schule über den Arbeitsplatz bis hin zum Altersheim - und uns in eine Reihe zu stellen mit den Renitenten, den Aufmüpfigen, die sich gegen "verordneten Unsinn" mit konstruktiver Anarchie zur Wehr zu setzen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.03.2014
Vergnügliche Lektüre gibt das jüngste, jetzt auf Deutsch herausgekommene Buch des amerikanischen Politikwissenschaftlers James C. Scott ab, das bei Erscheinen in Amerika lebhafte Debatten ausgelöst hat, wie Louisa Reichstetter weiß. Darin führt der Autor in sechs "Fragmenten" mit Beispielen aus der Vergangenheit und der Gegenwart vor, wie sich Individuen oder Gemeinschaften gegen einen übermächtigen Staat behaupten können und wählt dafür Schauplätze wie den Abenteuerspielplatz, das Pflegeheim oder die Autoindustrie, erklärt die Rezensentin. Auch wenn sie Scotts Vorschläge unterhaltsam findet, hätte sie sich doch etwas mehr Analyse statt Geplauder gewünscht und auch nichts gegen einen genaueren Blick in die Ideengeschichte gehabt. Aber sie vermutet, dass der Autor hier eben keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern eher ein "Fest der Aufmüpfigkeit" im Sinn hatte.
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