Otto hat immer eine Triefnase. Otto ist - verglichen mit anderen Kindern - ein bisschen kleiner und etwas schwach auf der Brust. Also beschließen seine Eltern, dass Otto sich erholen soll, in einer Kinderfreizeit am Meer. Otto ist gar nicht begeistert: Ein Sommer ohne Eltern - unvorstellbar. Freunde finden soll er, aber er kennt doch die anderen Kinder gar nicht. Und die Freizeitleiterin Frau Felgenkranz ist ihm auch nicht geheuer. Doch dann nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und findet plötzlich Gefallen am Sandbuddeln, Baden und Fischeessen. Und die ein oder andere Freundschaft entsteht auch. Otto hätte gar nicht gedacht, dass Ferien ohne seine Eltern so schnell vergehen können.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2018
Rezensentin Manuela Kalbermatten stellt einige Kinderbücher vor, die das Zeltlager als jugendliche Horrorerfahrung in den Blick nehmen. Jutta Richter und Jacky Gleich glauben nicht an die Utopie vom Sommerlager, in dem alle Kinder gleich werden, wenn sie erst einmal der hierarchischen Konsum- und Wettbewerbsgesellschaft entkommen sind. Das ist Rezensentin Manuela Kalbermatten gleich klar. Aber wie bissig und zugleich sensibel Richter und Gleich mit allen romantischen Vorstellung aufräumen, das überrascht die Rezensentin dann doch. Die beiden Autorinnen erzählen vom kleinen heimwehkranken Otto, der sogar für die gängigen Spielfreuden zu haben ist und höchstens unfreiwillig zur Belustigung der anderen beiträgt. Witzig, berührend, aber zum Glück nie tragisch findet die Rezensentin dieses Buch.
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