Iwan S. Turgenjew

Das Adelsgut

Roman
Cover: Das Adelsgut
Manesse Verlag, Zürich 2018
ISBN 9783717524489
Gebunden, 384 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann, Mitarbeit Michail Schischkin. Fjodor Lawrezki kehrt nach Jahren im Westen in seine Heimat zurück, um das Gut seines Vaters zu übernehmen. Seine Ehe mit der selbstbezogenen Warwara ist gescheitert und Fjodor muss sich neu finden. Gegen seinen Willen verliebt er sich in Lisa, eine pflichtbewusste junge Frau, für die ihre Mutter eine ganz andere Partie vorgesehen hat. Der Beginn einer schwierigen Liebesgeschichte...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Iwan Turgenjews Erfolgsroman liest Rezensentin Kerstin Holm in der Neuübersetzung von Christiane Pöhlmann noch mal so gern. Das Gesellschaftsgemälde mit den vielen Figuren aus Adel, Beamten und Matronen zeichnet der Autor laut Holm nie herablassend, dafür mit genauem Kennerblick, meint sie. Nicht zuletzt, weil er seine eigene Affäre mit einer Magd in diesem Buch selbstironisch nacherzählt, und zwar höchst berührend, wie die Rezensentin versichert. Mindestens einem Exemplar von Turgenjews starken weiblichen Alternativ-Ichs, den sogenannten "Turgenjew-Mädchen", begegnet Holm hier übrigens auch.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.11.2018

Die Handlung dieses Romans ist zwar in jeder Hinsicht erwartbar für einen Roman aus dem 19. Jahrhundert - Gutsbesitzer verliebt sich, kann die Frau aber nicht haben, weshalb sie dann ins Kloster geht -, er ist aber dennoch unbedingt lesenswert, versichert Rezensent Tobias Schwarz. Denn er führt ihm nicht nur beispielhaft Turgenjews revolutionären "poetischen Realismus" vor, sondern zeigt ihm auch einen "Querschnitt durch die russische Gesellschaft". So kann man auch dem heutigen Russland, das häufig immer noch eher Befremden auslöse, ein wenig besser auf die Spur kommen, meint Schwarz. Schließlich habe schon Turgenjew selbst sich in einem Brief an den Altphilologen Ludwig Friedländer gewünscht, dass die Deutschen die Russen besser verstehen, erzählt der Rezensent.