Iwan Bunin

Ein Herr aus San Francisco

Erzählungen 1914/1915
Cover: Ein Herr aus San Francisco
Dörlemann Verlag, Zürich 2017
ISBN 9783038200475
Gebunden, 240 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Das Jahr 1914 beginnt für Iwan Bunin ruhig und produktiv. Auf Capri beendet er Erzählungen wie diejenige über den alten Diener Arsenitsch, der im Hause seiner ehemaligen Herrschaft Geschichten von Heiligen erzählt, die die Kinder schaudern machen, oder die über einen ceylonesischen Rikschafahrer - eine Abrechnung mit kolonialen Verhältnissen, wie er sie während seiner Ceylon-Reise erlebt hatte. Auch die Galerie seiner Porträts vom Land setzt Bunin fort - etwa mit der Waise Klascha, die nach dem Tod der Pflegemutter deren Landgasthof retten möchte. Der Kriegsausbruch im Sommer 1914 lässt Bunin fast verstummen. Doch 1915 entstehen zwei seiner berühmtesten Erzählungen: die "Grammatik der Liebe" und "Ein Herr aus San Francisco", die facettenreiche, beklemmende Erzählung vom Tod eines reichen Amerikaners auf Capri. Sie gehört zu den besten Novellen der Weltliteratur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017

Iwan Bunin ist ein "Meister" des Erzählens, der es schafft, uns selbst das der heutigen Lebenswelt Entfernteste nahe zu bringen, versichert Rezensentin Frauke Meyer-Gosau. Sieben Erzählungen aus den Jahren 1914 und 1915 versammelt "Ein Herr aus San Francisco", in denen unheilvolle Begegnungen zwischen Bauern und Bettlern stattfinden, erschreckende Geständnisse gemacht und plötzliche Tode erlitten werden, in denen entlassene Diener den Zöglingen der großen Herren verbotene Geschichten erzählen - kurz: in denen sich immer wieder das Knarzen und Splittern der Balken vernehmen lässt, die das gesellschaftliche, statische System noch scheinbar zuverlässig tragen, lesen wir. Bunins zugleich distanzierte und innige Beziehung zu seiner Heimat erlaubte es ihm, das Land immer im internationalen Kontext zu sehen, gesellschaftliche Veränderungen zu erkennen und davon zu erzählen - anschaulich, spannend und trotzdem mit einer Besonnenheit, die beeindruckt, so die begeisterte Rezensentin.
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