Mit einem Nachwort von Hans Georg Schwark. Neapel: Il Vesuvio dorme ... sagt der Taxifahrer auf dem Weg nach Pompeij: Wir Neapolianer fürchten ihn. Er schläft seit 1944. Lang kann es nicht mehr dauern. Scirocco: In den sizilianischen Bürgerhäusern des 19. Jahrhunderts gab es Kammern, in die man vor dem Scirocco flüchtete. Auch andere, die Italien kennen und lieben, sagen es gern: Sie begegnen auf den Straßen und Plätzen Menschen, deren Gesichter sie kurz zuvor in den Pinakotheken und Kirchen gesehen haben; auf den Fresken oder Bildern von Giotto und Gozzoli, von Piero della Francesca und Antonello da Messina, von Botticelli und Caravaggio und anderen. Ja, sogar Engelsgesichter sind auf den Straßen und Plätzen zu entdecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2022
Rezensent Andreas Rossmann liest die postum erscheinenden Notate des Italienreisenden Hans Bender mit Interesse. Dass Bender vor allem auf den Spuren von Goethe, Flaiano, Montaigne, Vasari und Julian Green unterwegs ist, stört Rossmann nicht. Reflektiert und selbstironisch genug erscheint ihm der Autor in Venedig, Rom und auf Sizilien. Dass Bender die ein oder andere Künstlervita "rekapituliert" empfindet Rossmann als zusätzlichen Gewinn. Stilistisch erweist sich der Autor laut Rezensent als geschickter "Poet der kleinen Form".
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