In der Titelstory "Das Leben ist kein Abgrund" trifft die junge Lily auf ihre zynische und stolze Cousine Isobel, die lieber ein karges Dasein im Armenhaus fristet, als die Hilfe ihrer Familie in Anspruch zu nehmen. Eine glücklich Verheiratete erfährt im schneebedeckten Maine, was es bedeutet, plötzlich schutzlos und entfremdet ihrem Mann gegenüber zu stehen. Eine Schwerverletzte flieht vor dem Schmerz und sucht Zuflucht in ihrem Inneren. Und mitten in einem "Andrang von Dichtern" muss sich die willensstarke Cora Maybank gegen ihren egozentrischen, untreuen und vor Ehrgeiz blinden Ehemann behaupten.Mit scharfem psychologischem Blick beleuchtet die Pulitzerpreisträgerin in ihren Stories das menschliche Leben in all seinen Facetten und erzählt von Liebe und Leid, vom ewigen Wunsch nach Zugehörigkeit und insbesondere vom Schmerz der Einsamkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.01.2023
Ganz hingerissen ist Rezensentin Cornelia Geißler von den für sie zeitlosen Geschichten Jean Staffords, die vor über fünfzig Jahren mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Die Geschichten, die Alltägliches aus Ehe- und Bildungsleben oder auch mal eine nur in der Vorstellung spannende und erfüllende Schriftstellerparty beschreiben, entwickelten durch die große Schreibkunst der Autorin Sogwirkung. Auch in der kurzen Form großartige Literatur, befindet die Kritikerin.
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