Aus dem Japanischen von Nora Bierich. Mit Beiträgen von Gérard Berréby, Véronique Perrin und Piet Meyer. Von der Witwe Alberto Giacomettis während Jahrzehnten mit einem weltweiten Publikationsbann belegt, jetzt erstmals vollständig auf Deutsch zu lesen: Das Tagebuch von Isaku Yanaihara über seine Zeit mit dem Schweizer Künstler!
Bekannt ist das Büchlein, das James Lord verfasst hat, nachdem Alberto Giacometti sein Porträt gemalt hatte. Das Buch hat jüngst als Vorlage für einen Film gedient. Lord saß dem Maler 18 Tage lang Modell. Die Beziehung, die denselben Künstler mit dem japanischen Philosophieprofessor Isaku Yanaihara (1918-1989) während der Jahre 1956 bis 1965 verband, war ungleich tiefer. Sie lebten - so empfand es der Schriftsteller Jean Genet, der sie häufig sah - eine tiefe, ganz eigentümliche Liebesbeziehung.
Yanaihara saß Giacometti 228 Tage lang Modell.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.08.2018
Rezensent Martin Oehlen ist begeistert von diesem Schatz. Dass Isaku Yanaiharas Tagebuch-Aufzeichnungen über seine Zeit als Giacomettis Modell jetzt ungekürzt erscheinen, hält er für eine kleine Sensation. Zu lesen ist laut Rezensent ein Werkstattbericht aus der Rue Hippolyte-Maindron garniert mit Ausflügen ins Pariser Nachtleben und Begegnungen mit Genet und Beauvoir, der an Giacomettis Kunstverständnis rührt. Ein liebevolles, uneitles wie lehrreiches Künstler-Porträt, so Oehlen.
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