Andreas Beyer

Das Porträt in der Malerei

Cover: Das Porträt in der Malerei
Hirmer Verlag, München 2002
ISBN 9783777494906
Gebunden, 416 Seiten, 132,00 EUR

Klappentext

Mit 280 meist farbigen Abbildungen. Das individuelle Bildnis des Menschen hat im Laufe der Jahrhunderte wechselnde Konjunkturen erlebt. In der vorliegenden Auswahl von Meisterwerken sind die verschiedenen Kategorien - offizielles Porträt und Herrscherbildnis, Privatporträt, Gruppen- und Freundschaftsbild, Künstler-Selbstbildnis und Rollenporträt, als Brustbild, Kniestück oder Ganzfigur - gleichermaßen präsent. Die Reihung und Gegenüberstellung der Gemälde soll zugleich den Blick schärfen für künstlerische Grenzen und Möglichkeiten, für Konventionen und Erfindungsreichtum bei der Aufgabe, im Abbild des Menschen dessen individuelle Persönlichkeit zu erfassen. Dabei geht es nicht nur um die Physiognomie, sondern auch um die Inszenierung von Ambiente und Accessoires, die als integraler Bestandteil des Bildnisses gelten dürfen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002

Für Rezensentin Petra Kipphoff zeugt es von Mut, Selbstbewusstsein und einem "schönen Hang zum Luxus", noch einmal die Geschichte des Porträts zu präsentieren - zumal in einer Zeit der "heißen, schnellen, billigen Kunstbuchproduktion". Im Fall von Andreas Beyers "Porträt in der Malerei" ist dieser Versuch zur Freude der Rezensentin vollauf gelungen. Bei der Lektüre von Beyers Buch erlebe man, wie sich auch das Bekannte und Anerkannte, mit einem anderen Wimpernschlag betrachtet, in neuen Facetten darbieten könne. In Beyers Geschichte des Porträts findet Kipphoff eine Geschichte der sich wandelnden Rolle und Nutzung dieses Genres, die, in nuce, auch eine Geschichte des westeuropäischen Menschen sei. Dabei haben sie Beyers "animierte wie fundierte" Texte ebenso überzeugt wie die "in höchster Druckqualität reproduzierten Bilder", die den Band schmücken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002

Kaum auf den Knien zu halten ist der schwerleibige Band über die Porträtmalerei, den Gottfried Knapp trotz etwaiger Halteschäden begeistert begrüßt. Dabei fehle vieles, was in einer üblichen Überblicksschau gewürdigt werden müsste, gibt Knapp zu: Tintoretto, Leibl, die altdeutschen Porträtisten und die Pastell-Virtuosen des 18. Jahrhunderts, die Russen zur Gänze, kein Liebermann, kein Slevogt; dafür, trumpft Knapp auf, leiste Andreas Beyer, Professor für Kunstgeschichte in Aachen, etwas ganz anderes: anhand von 200 beispielhaften Bildnissen, teilweise ganzseitig abgebildet, führe er aus, wie sich der Darstellungsstil wie auch das Selbstverständnis der Maler und ihrer Modelle vom Mittelalter bis in die Moderne gewandelt hat. Dabei hätten sich verschiedene Untergattungen herausgebildet, erläutert Knapp, wie das offiziöse Herrscherbildnis oder die Künstler- oder die intimen Kammerporträts. Beyers Vorgehensweise selbst sei kanonorientiert und eher brav, meint der Rezensent, weshalb der üppige Bildteil keine besonderen Überraschungen böte (zur Qualität des Drucks sagt er nichts); doch die Analyse des Autors selbst durch vertraute Gefilde hat es für Knapp in sich.
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