Irmtrud Wojak (Hg.)

Auschwitz-Prozess 4 Ks 2/ 63 Frankfurt am Main

Begleitbuch zur Ausstellung im Haus Gallus Frankfurt 2004 und weiteren Stationen
Snoeck Verlagsgesellschaft, Köln 2004
ISBN 9783936859089
Paperback, 872 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Irmtrud Wojak im Auftrag des Fritz Bauer Institutes. Mit 800 schwarz-weiß und 100 farbigen Abbildungen. 1963 wurde mit dem Frankfurter Auschwitz-Prozeß (in 20 Monaten bis 1965) gegen 20 SS-Verbrecher in Frankfurt am Main der bis dahin größte Schwurgerichtsprozess der bundesdeutschen Justizgeschichte eröffnet. Niemals zuvor haben so viele Überlebende (211 Personen) des zentralen Vernichtungslagers eingehender die Wahrheit und Wirklichkeit von Auschwitz bezeugen können, wurde ein so authentisches Bild der nationalsozialistischen Judenverfolgung der Welt vor Augen geführt. Das perfide Terrorsystem der SS, die Methodik und Systematik totaler Herrschaft, macht kaum ein anderes historisches Beispiel klarer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.11.2004

Karl Otmar Freiherr von Aretin lobt diesen Band, der die Ausstellung zum 40. Jahrestag des Auschwitz-Prozesses des Frankfurter Fritz-Bauer-Institut begleitet, als "vorbildlich". Er versammelt wissenschaftliche Beiträge neben einer "breiten historischen Dokumentation" der Prozessgeschichte sowie die Rezeption und den Widerhall, den der Auschwitz-Prozess in "Literatur, Philosophie und in der Publizistik" fand, erläutert der Rezensent. Er empfiehlt, die Lektüre bei dem Beitrag über die juristische Aufarbeitung des Nationalsozialismus von Wolfgang Benz zu beginnen, weil er deutlich mache, mit welchen Schwierigkeiten die Gerichte zu kämpfen hatten. Dann geht Aretin auf die Einleitung von Irmtrud Wojak ein, die über das Vorgehen des Frankfurter Generalstabsanwalts Fritz Bauer berichtet, dem es gelang, trotz der relativ langen Zeitspanne zwischen den Verbrechen in Auschwitz und dem Prozess 212 Zeugen in Polen ausfindig zu machen, womit überhaupt erst die "Voraussetzung für den Prozess" geschaffen werden konnten. Dann nennt der Rezensent noch den Beitrag von Hans Mommsen über die Planung des Massenmords, in dem dieser "überzeugend" nachweist, dass die "Endlösung" nicht von Anfang an geplant war und den Aufsatz von Joachim Perels, der die erschreckende Tatsache belegt, wie die "deutsche Justiz den Tätern entgegenkam". Von Aretin empfiehlt diesen Band ohne jede Einschränkung zur Lektüre, nicht zuletzt deshalb, weil es die unfassbaren, die Vorstellungen übersteigenden Verbrechen ein Stück weit näher bringt. Dabei lasse einen "die Kaltschnäuzigkeit", die die Täter vor Gericht bei ihrer Verteidigung an den Tag legten, "erschauern", so der Rezensent erschüttert, der das Buch als in seiner "Dichte vorbildlich" preist.
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