Irene Götz

Kein Ruhestand

Wie Frauen mit Altersarmut umgehen
Cover: Kein Ruhestand
Antje Kunstmann Verlag, München 2019
ISBN 9783956142925
Gebunden, 280 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Frauen sind im Alter oft von Armut bedroht, besonders in Städten mit hohen Mieten. Wie kommen sie mit wenig Geld zurecht? Welche Strategien entwickeln sie, um dennoch am sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben? Davon erzählen Frauen aus unterschiedlichen sozialen Milieus, und die Analyse dieser Berichte macht deutlich, wie dringend notwendig eine politische und gesellschaftliche Veränderung unserer eingespielten Sozialsysteme ist. Die 85-jährige Hausmeisterin Maiana D. lebt von 222 Euro Rente, zuzüglich Grundsicherung. 600 Euro Rente hat die ehemalige Lagerarbeiterin Jovana F., die sie mit Zeitungsverkauf aufbessert. Auch Walburga K., Verlagsangestellte, muss zu ihrer Rente von 1.170 Euro noch dazu verdienen. Fünzig Frauen zwischen 63 und 85 Jahren aus unterschiedlichen sozialen Milieus wurden für das DFG-Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Irene Götz interviewt. Aus dieser exemplarischen Bestandsaufnahme wird deutlich, welche Ursachen zur Altersarmut besonders von Frauen führen und wie Frauen damit umgehen, lebenspraktisch und emotional.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.04.2019

Rezensentin Susan Vahabzadeh erkennt in dem von Irene Götz herausgegebenen Band Geschichtsschreibung von morgen. Was die Autorin an Fallbeispielen von weiblicher Altersarmut in München versammelt, macht der Rezensentin Angst vor der Zukunft. Da trifft es sich gut, dass Götz auch Ratschläge parat hat, wie sich Rentenansprüche durchsetzen lassen oder mit kulturellen Kapital umgehen lässt. Die Kulturwissenschaftlerin schließt laut Vahabzadeh damit eine schmerzliche Lücke und fällt ein gefährliches Tabu. Dass die Frauen im Buch, die Altersarmut erfahren, aus ganz unterschiedlichen beruflichen Kontexten kommen, gibt der Rezensentin zu denken. Kein Buch zum Wohlfühlen, meint sie, aber ein wichtiges und nützliches.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2019

Leonie Feuerbach scheint einerseits berührt durch die Nähe, die Irene Götz in ihrem Buch zu den Einzelschicksalen von Altersarmut unter Frauen herstellt, indem sie Menschen zwischen 63 und 85 interviewt und sie durch ihren Alltag aus Vorkochen, Minijob und sozialer Vereinsamung begleitet, andererseits entgeht der Autorin laut Rezensentin so weitgehend die Debatte zum Rentensystem. Die Lösungsvorschläge der Autorin (Eheverträge, sozialer Wohnungsbau) findet Feuerbach zudem eher vage. Insgesamt stark erscheint Feuerbach, wie gut die Studie das vielschichtige Problem Altersarmut abbildet. Die Praxistipps für Betroffene findet sie durchaus hilfreich.
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