Tanja Busse, Christiane Grefe

Der Grund

Die neuen Konflikte um unsere Böden - und wie sie gelöst werden können
Cover: Der Grund
Antje Kunstmann Verlag, München 2024
ISBN 9783956145858
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Der Wert des Bodens, das Wunder der Unterwelt, jene Abermillionen von Wurzeln und Würmern, Käfern, Bakterien und Pilzen, die in symbiotischem Zusammenwirken immer wieder neues Leben schaffen, wurde lange unterschätzt und missachtet. Fruchtbare Böden sind weltweit gefährdet. Wie wir mit dem Land, mit den Flächen umgehen, ist die zentrale Zukunftsfrage. Wofür soll der Boden, der Grund genutzt werden: für Beweidung, Ackerland oder klimaresiliente Wälder? Für Wind- und Solarkraftwerke oder Naturschutzgebiete? Für Wohnungen und Gewerbegebiete in wachsenden Städten? Lassen sich Energiewende, Klimaschutz, Biodiversität und Ernährungssicherheit in Einklang bringen? Darf man Flächen für den Anbau von Energiepflanzen nutzen, wenn Menschen hungern? Wer entscheidet darüber: Bauern, Landbesitzer, Investoren, wir alle? Wie ließe sich Verantwortungseigentum für den Boden regeln? Davon erzählen Tanja Busse und Christiane Grefe, aber vor allem zeigen sie Wege auf, wie Zielkonflikte im Sinne des Gemeinwohls politisch gelöst werden können.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.07.2024

Rezensent Michael Wolf bespricht das Buch von Tanja Busse und Christiane Grefe über den Boden eher zurückhaltend, aber tendenziell wohlwollend. So gelinge es den Autorinnen zuallererst, ihre Leserschaft von der gesellschaftlichen Relevanz des Themas zu überzeugen: Denn der Boden sei hart umkämpftes Gebiet zwischen Landwirten, Investoren, Bauunternehmen und Klimaaktivisten und somit von mehreren Seiten gleichzeitig für verschiedenartige Nutzung eingeplant - eine Problemlage, aus der es auszubrechen gelte, resümiert Wolf. Wofür Busse und Grefe plädieren, klingt für den Kritiker erstens nach einem "Paradies" für grüne Stadtplaner - Solardächer, begrünte Fassaden, zwischen den Häusern Obstwiesen und Gemeinschaftsräume -, und habe zweitens, in der Umsetzung einer "planetary health diet", mehr mit "Planwirtschaft und Räterepublik als mit Kapitalismus und repräsentativer Demokratie" zu tun. Wie Wolf abschließend vermerkt, hält er das Buch für einen Einstieg ins Thema etwas zu ausführlich und "meinungsstark", aber als Anregung zur Debatte komme es genau richtig.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2024

Rezensent Thomas Weber bezweifelt, dass die Ideen, die die Journalistinnen Tanja Busse und Christiane Grefe in ihrem Buch für eine sinnvollere Nutzung und Bewahrung unserer Böden entwickeln, gerade mehrheitsfähig wären. Das Buch scheint ihm dennoch wichtig, weil es das Bewusstsein schärft für die Bedeutung der Böden für unser Überleben und für die fatale Wirkung von Bodenversiegelung und Landnutzungskonflikten. Wie komplex die Bodenstruktur ist, können die Autorinnen laut Weber auch zeigen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 16.03.2024

Der Titel des Buches von Tanja Busse und Christiane Grefe ist doppeldeutig, führt Rezensent Caspar Dohmen aus, er bezieht sich einerseits auf den Boden unter unseren Füßen, und andererseits darauf, dass dieser Boden die Grundlage vieler gegenwärtiger Probleme ist. Die Autorinnen stellen laut Dohmen dar, inwiefern das Erdreich für das Ökosystem des Planeten von zentraler Bedeutung ist und wie gefährlich die gegenwärtige Bodennutzung oft ist, etwa wenn sie dem Boden zu viel Wasser entzieht. Auch die Energiewende, lernen wir, hilft dem Boden nicht unbedingt, etwa wenn neue Nutzungsansprüche auftauchen. Als Hauptschuldigen machen die beiden den Kapitalismus aus, da oftmals Kapitalinteressen über Naturschutz gestellt würden. Es gibt jedoch auch Passagen in dem Buch, die Dohmen Hoffnung machen, etwa wenn die Autorinnen darstellen, dass es ein breites Problembewusstsein in der Gesellschaft gibt. Insgesamt ein wichtiges Buch zu einem zentralen Thema unserer Zeit, so das Fazit.

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