Unter Mitarbeit von Felix Butzlaff, Michael Deflorian, Daniel Hausknost und Mirijam Mock. Auch wenn Umweltbewegungen "Weiter so ist keine Option! Wende oder Ende!" fordern und der Begriff der Nachhaltigkeit voll im Mainstream angekommen ist - die moderne Gesellschaft verteidigt ihren Wohlstand und Lebensstil entschiedener denn je. Beharrlich wird eine Politik der Nicht-Nachhaltigkeit betrieben, und die Konjunktur des Rechtspopulismus signalisiert zudem eine deutliche Abkehr vom ökologisch-demokratischen Projekt vergangener Jahrzehnte.Dieser Band stellt grundlegende Annahmen der Nachhaltigkeitsdebatte in Frage und skizziert neue sozialwissenschaftliche Forschungsperspektiven, um die eigenartige Fortdauer der Nicht-Nachhaltigkeit zu erhellen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2020
Rezensent Stephan Lessenich erkennt, dass der von I. Blühdorn, F. Butzlaff, M. Deflorian, D. Hausknost, M. Mock besorgte Band an frühere Arbeiten von Ingolfur Blühdorn anknüpft und sie fortschreibt, dies laut Rezensent auf anregende, wenngleich auch mitunter redundante Weise. Die These, dass es sich bei der Nachhaltigkeit nur um eine "konzertierte Simulation" handelt, und die Frage, warum es nicht zu mehr reicht, erkunden die Autoren laut Lessenich in den Bereichen der Parteien, der sozialen Bewegungen, des Alltags und der Wissenschaften. Auch wenn es dem Rezensenten dabei mitunter zu "grobschlächtig" zugeht und ihm der positive Fluchtpunkt des Ganzen ein historisch so nicht nachweisbares "Vernunftsubjekt" zu sein scheint, findet er die Darstellung weitestgehend luzide. Erkennbar "Dissense" unter den Autoren wären laut Lessenich in einer dialogisch offeneren Form der Präsentation besser aufgehoben gewesen.
Rezensentin Isolde Charim lässt alle Hoffnung fahren mit dem von Ingolfur Blühdorn, Felix Butzlaff, Michael Deflorian, Daniel Hausknost und Mirijam Mock erstellten Band. Dass es einen Ausweg aus der Klimakrise gibt und gesellschaftlicher Wandel möglich ist, mag sie nach der Lektüre nicht mehr glauben. Im Gegenteil, scheinbares Engagement und Ökokaffee sind nur Bluff, lernt sie ausgerechnet von den Autoren aus dem Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit Wien. Eine Fundamentalkritik am westlichen Lebensstil, die Charim mitunter allzu rigoros erscheint, die aber laut Rezensentin auch einen kleinen Hoffnungsschimmer enthält: den freiwilligen Verzicht auf die imperiale Lebensweise.
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