Ilma Rakusa

Mein Alphabet

Cover: Mein Alphabet
Droschl Verlag, Graz 2019
ISBN 9783990590324
Gebunden, 312 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Was macht ein Leben aus? Wie fasst man es in eine Form und macht das Wichtige greifbar?Zu jedem Buchstaben des Alphabets verfasst Ilma Rakusa Beiträge von A wie Anders bis Z wie Zaun, changierend zwischen Prosa, Gedicht und Gespräch. Sie erzählt und dichtet über ihr bewegtes Leben: Werk, Weltsicht und Weggefährten, Reisen und die schönen Künste, Familie und Kindheit. Ihr gelingt der Kunstgriff, abstraktere Begriffe - wie Träume oder Rituale -, Orte, persönliche Erinnerungen und Erfahrungen kaleidoskopartig zu einem Ganzen zu vereinen. Sie spricht über Dinge, die in unser aller Leben bedeutsam sind und mit denen wir uns auseinandersetzen: Freundschaft, Angst, Alter oder Zärtlichkeit und viele mehr. Rakusa entfacht in uns eine Neugierde und Entdeckerfreude. Das Leuchten in ihren Augen ist den Zeilen anzumerken: beschwingt klingt das "Querfeldein", die Lust am Flanieren kommt schon während des Lesens, und nach der Hommage an den Granatapfel wird er niemals mehr nur eine einfache Frucht sein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2019

Paul Jandl hält Ilma Rakusas Strategie, ihr "autobiografisches Inventar" am Alphabet entlangzuhangeln, für einen großartigen Kunstgriff: Laut Jandl gibt er ihrer neuesten Publikation eine Form, die ihr erlaubt, Gedichte, Prosapassagen und kurze Interviews wie in einem Kaleidoskop miteinander zu verschränken, sodass sie "sich gegenseitig aufladen und sich weiterdrehen". Angefangen bei A wie "anders" versammelt die Autorin unter den alphabetisch angeordneten Stichworten autobiografische Stationen, deren Bedeutung durch die Verschränkung mit anderen noch anwächst, darunter Städtebeschreibungen und Erfahrungen aus ihrer Jugend, Beobachtungen zu Nichtigkeiten wie Joghurt oder Pantoffeln, aber auch Gedanken zu Phänomenen wie der Camera obscura und Hommagen an andere Dichter, so Jandl. Synästhetisch, emphatisch und ergreifend, dabei aber nicht sentimental, nennt der begeisterte Rezensent das Werk, das so aus den poetischen Miniaturen entsteht.