Klappentext

Herausgegeben von Jürgen Thaler unter Mitarbeit von Arno Geiger. Franz Michael Felder, Bauer aus dem Bregenzerwald, war als Autor von zwei Romanen kein Unbekannter in der literarischen Welt seiner Zeit. Man kannte ihn zudem als rebellischen, vielfach angefeindeten Volksaufklärer. Als seine Frau überraschend starb und ihn mit fünf Kindern zurückließ, begann er auf Anraten eines Freundes, sein Leben aufzuschreiben. Entstanden ist so ein Meisterwerk der autobiografischen Literatur. Felder erzählt mit Hingabe: von den frühen Schicksalsschlägen, von dem Abenteuer, auf dem Land ein Leser zu werden, von seinem Dasein als Sonderling, aber auch von den Umbrüchen nach 1848. "Aus meinem Leben" ist aber vor allem eines: eine Liebeserklärung an seine Frau. Ihr setzt er mit diesem Buch ein Denkmal, mit ihrer Hochzeit endet auch der erste Teil. Zu einem zweiten ist es nicht mehr gekommen: Felder starb wenige Wochen nach der Niederschrift, keine 30 Jahre alt.Hinterlassen hat er zwei Versionen der Autobiografie, die 1904 erstmals erschienen ist. Das Manuskript der Erstausgabe, der alle anderen folgten, ist verschollen. Das vorliegende Buch basiert auf der im Nachlass als Handschrift erhaltenen Fassung, die in vielen Passagen von dem bislang bekannten Text abweicht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.09.2019

Carsten Hueck lernt den Rabbiner und späteren israelischen Justizminister Chaim Cohn in dessen in Israel bereits 2005 erschienener Autobiografie als herausragende Persönlichkeit kennen. Cohns moralisch-ethischer Anspruch, erkennbar unter anderem in seinem Kampf für ein pluralistisches Judentum und die Gleichberechtigung der Frau, erfüllt den Rezensenten mit Respekt. Cohns Selbstporträt erscheint ihm uneitel und über die Person hinausweisend, da es Persönliches nur berichtet, insofern es von gesellschaftlicher Bedeutung war.