Viktor Orbans Chancen im Frühjahr zum dritten Mal das Vertrauen der ungarischen Wähler zu gewinnen, stehen gut. Unterdessen wird seine Politik in Europa von allen Seiten kritisiert. Was ist er nun wirklich? Realpolitiker oder Populist? Reformer oder Rebell? Dämon oder Held? Mit diesen Fragen begab sich der polnische Journalist Igor Janke, der schon Barack Obama interviewt hatte, nach Budapest, um ein Interview mit dem ungarischen Ministerpräsidenten führen. Er besuchte Freunde und geschworene Gegner Orbans und führte auch mit Viktor Orban mehrfach lange Gespräche. Aus dem Interview entstand ein Buch, das in Polen großen Erfolg hatte. Nach Ansicht der Kritiker von Igor Janke ist es ihm gelungen ein realistisches Bild des fußballbegeisterten ungarischen Ministerpräsidenten zu zeichnen, das keinesfalls kritische Töne vermissen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.06.2014
Aus Versehen zeigt der Autor dem Rezensenten Viktor Orbán als den unduldsamen Machtpolitiker, der er ist. Wie konnte das passieren? Ganz einfach, meint Michael Frank einigermaßen entsetzt: Igor Janke stimmt mit dem hier Beschriebenen vollkommen überein. Näheres, d.h. Aufschlussreiches zu Orbáns inhaltlichen Konfliktpunkten (Nation, Kirche, Familie, Medien etc.) findet der Rezensent im Buch nicht. Das Wort Rechtsstaatlichkeit kann Frank im Buch gleich überhaupt nicht entdecken. Dass die zwei Jahre alte Biografie übersetzt werden musste, leuchtet dem Rezensenten nicht ein, zumal die Fassung auch noch "beschämend schlampig" daherkommt, wie Frank erklärt.
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