In der neuen OSTEUROPA mit dem Titel "Unterm Messer" geht es in 34 Beiträgen um den illiberalen Staat in Polen und Ungarn. Der Band vergleicht den Angriff auf den Rechtsstaat und die Freiheit der Medien, schildert die Einschränkung der Gewaltenteilung und analysiert den Konflikt zwischen den beiden Staaten und der Europäischen Union. Die Autoren betrachten die Wahlen in Ungarn im April 2018, liefern Portraits von Orbán und Kaczynski und nehmen Fidesz und PiS vergleichend unter die Lupe. Sie fragen nach historischen Ursachen, wirtschaftlichen Gründen und ideengeschichtlichen Vorbildern der illiberalen Wende. Mit György Schöpflin kommt ein führender Fidesz-Intellektueller zu Wort. Zahlreiche Karten, Grafiken und Chroniken verschaffen Überblick und veranschaulichen Unübersichtliches.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2018
Stephan Löwenstein erfährt aus dem von Manfred Sapper und Volker Weichsel redaktionell betreuten Band mit seinen dreißig Beiträgen zu den aktuellen Regierungen in Ungarn und Polen allerhand über Herrschaftssysteme und Regierungspraktiken unter Viktor Orban und Jaroslaw Kaczynski. Die Autoren können laut Löwenstein sowohl Hintergründe und Parallelen als auch Unterschiede herausarbeiten. Tenor der Texte ist laut Rezensent die Ansicht, dass die Demokratie in Ungarn und in Polen abgeschafft wird beziehungsweise bereits wurde. Besonders die Beiträge zu Orban und Kaczynski und zur Rolle der EU findet der Rezensent aufschlussreich. Sachlich scheinen ihm die Aufsätze zur Wirtschafts- und Finanzpolitik, etwas zu polemisch diejenigen zur Kultur und Geschichte.
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