Klappentext

Zwanzig Jahre nach der Wende erlebt Europa einen dramatischen Szenenwechsel in Ungarn. Zum ersten Mal wird das Land mit einer Zweidrittelmehrheit von einer national-rechtskonservativen Partei regiert. Die Rechtsradikalen stiegen zur drittstärksten Kraft im Parlament auf. Die Sozialisten haben die Hälfte ihrer Wähler verloren. Wie konnte der einst bewunderte Schrittmacher der Reformen in der kommunistischen Welt zum besorgniserregenden Krisenherd mit starken rechtsradikalen Kräften werden? Wird der Wahlsieger, Ministerpräsident Viktor Orban, durch einen nationalbetonten Kurs die zwischenstaatlichen Spannungen in Mitteleuropa verschärfen? Was ist der Hintergrund der starken fremdenfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Töne in den Medien? Wird die neue Regierung die Wirtschaftskrise bewältigen und den weiteren Aufstieg der Rechtsextremisten verhindern können?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2010

Rezensent Michael Frank begrüßt dieses Buch von Paul Lendvai über "Ungarn im Umbruch". Er schätzt es als "erschrocken-zornige" Abrechnung mit den aktuellen Entwicklungen Ungarns. Eindringlich schildert der Autor für ihn, wie das Land seine gesellschaftliche und ökonomische Vorreiterrolle verspielt, um einem aggressiven Nationalismus zu huldigen. Dabei steuere es direkt auf einen neuen Totalitarismus zu. Deutlich wird in den Augen des Rezensenten dabei der Unterschied zwischen differenziertem Patriotismus und chauvinistischem Nationalismus. Er berichtet über die zahlreichen Anfeindungen von rechter Seite, denen Lendvai des Buchs wegen ausgesetzt ist. Franks Fazit: ein wichtiges Buch, das zur "Pflichtlektüre" für Europäer werden sollte.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.10.2010

Dieses Buch leuchte das verdüsterte Innenleben der jungen ungarischen Demokratie aus, schreibt beeindruckt Maria Huber, weshalb die Publikation aus ihrer Sicht eine ideale Handreichung für Europas Regierungschefs im Jahr der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft ist. Denn Paul Lendvai leiste unverzichtbare Orientierungshilfen für das Verständnis des Landes. Seine Schilderung, die Huber zufolge von 1989 bis heute reicht, schlägt den Bogen vom reformorientiertesten Ostblockland bis hin zum heutigen rechtspoulistischen Regime. Es werden aus Kritikerinnensicht dabei sehr berechtigte Zweifel an der Demokratiefähigkeit des heutigen Ungarn gesät.