Herausgegeben von Jon Savage und Deborah Curtis. Aus dem Englischen von Jan Böttcher. Trotz ihres überschaubaren Œuvres gilt Joy Division heute als eine der einflussreichsten Musikformationen aller Zeiten. Dass sie überdies zu einem der größten Mythen in der an Mythen keineswegs armen Popmusik wurde, hat vor allem mit den Texten und der enigmatischen Person von Ian Curtis zu tun. "So This Is Permanence" enthält seine handschriftlichen Songtexte sowie bislang unveröffentlichte Notizen als Faksimile und in deutscher Übersetzung. Entstanden im krisengeschüttelten England der späten Siebziger, drücken sie ein spezifisches Zeit- und Lebensgefühl auf ebenso persönliche wie universelle Weise aus: Aufbegehren einerseits, Schuld, Ohnmacht und Verzweiflung andererseits. Für Curtis waren diese Texte das einzige Medium, seine innere Tragödie zu artikulieren: das unaufhaltsame Scheitern der Ehe mit seiner Jugendliebe, die sich verschlimmernde Epilepsie-Erkrankung, die Depressionen. "Destilliertes Gefühl", schreibt der Herausgeber Jon Savage, "ist der Wesenskern von Popmusik". Und Ian Curtis' Texte oszillieren "zwischen Aussichtslosigkeit und der Möglichkeit, ja dem existenziellen Bedürfnis, mit anderen in Kontakt zu treten".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.05.2015
Das Wesen des früh verstorbenen Joy-Division-Sängers Ian Curtis versucht Manuel Gogos auf der Grundlage seiner nun in deutscher Übersetzung und Faksimile veröffentlichten Songtexte nachzuzeichnen. "Kunstfigur und Schmerzensmann des Pop" sei Curtis gewesen, schreibt der Kritiker und zieht als Beleg die Einflüsse Kafkas und Gogols auf einzelne Lyrics heran. Eine Mischung aus düsterer Romantik und esoterischer Science-Fiction habe das Denken und Schreiben des belesenen Künstlers beeinflusst, der sich 1980, nach gerade einmal zwei Alben, das Leben nahm. Weltschmerz und "heilige Untröstlichkeit" bildeten nach Gogos' Einschätzung den Antrieb für Curtis, er liest sie aus den Songtexten und Notizen heraus. Und selbst wenn sich der Rezensent mit einer eindeutigen Bewertung zurückhält, so verrät seine Besprechung doch, wie faszinierend die Lektüre für ihn war.
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