Mit den Büchern von Christiane Rösinger, Bernd Begemann und Carsten Friedrichs startet im Ventil Verlag eine Reihe, in der die Texte deutscher Musiker:innen erstmals in Buchform zugänglich gemacht werden. Texte von Musiker:innen, die die hiesige (Sub-)Kultur mit ihren Songtexten in der Retrospektive ebenso geprägt haben wie die ausschließlich schreibende Zunft. Eine Würdigung außergewöhnlicher Songwriter:innen, deren Texte nicht bloße Anhängsel großartiger Musik sind, sondern ebenso auch für sich stehen.Christiane Rösinger, geboren 1961, zog 1985 aus dem Badischen nach West-Berlin, wo sie mit Almut Klotz und Funny van Dannen die Lassie Singers gründete. Nach deren Auflösung war sie Kopf der Band Britta. Rösinger war zudem eine der Betreiberinnen der legendären Flittchen Bar und betrieb das Label Flittchen Records. Sie veröffentlichte zwei Soloalben, mehrere Bücher und schrieb zahlreiche Theatermusiken. 2019 hatte ihr erstes Musical "Stadt unter Einfluss" Premiere im Hebbel am Ufer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.12.2022
Rezensent Klaus Walter nimmt das Erscheinen von Christiane Rösingers gesammelten Songtexten zum Anlass, jene "Chronistin des schönen, schwierigen Lebens zwischen Bohème und Unterschicht" mit einer Kurzbiografie zu ehren. Während die Künstlerin mit der markanten Stimme bis in ihre Vierziger noch lebenslustig von Roadtrips und dem Hamburger Nachtleben sang, werden ihre Songs mit der zweiten Band Britta und als Solo Künstlerin zusehends ernsthafter, sarkastischer, griesgrämiger, bemerkt der Rezensent. Denn mit dem Alter, so reflektiert Rösinger selbst, kommt auch das Bewusstsein über gewisse Ungerechtigkeiten - zwischen denen zum Beispiel, die von ihren Eltern eine Eigentumswohnung gekauft bekommen und denen, die wegen Eigenbedarf nach dreißig Jahren ausziehen müssen. Christiane Rösinger verarbeitet in ihrer Musik solche Erfahrungen auf eine unverwechselbar schroffe und charmante Weise, so der Rezensent und bekennende Fan Klaus Walter.
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