"Ich bin von dem allem so sehr durchdrungen, dass ich darüber, am liebsten in einer Medizinischen Zeitschrift, mich auslassen möchte, um vor groben Fehlern zu warnen; ich habe aber nicht mehr die Kraft dazu und muss hoffen, dass sich über kurz oder lang statt meiner ein Andrer findet." So beklagt sich Fontane darüber, dass die von ihm selbst so tief empfundene seelische Erkrankung im Jahr 1892 weder von seinen Ärzten noch vonseiner Umgebung erkannt wurde. Horst Gravenkamp holt dieses Versäumnis nun nach. Anhand der Quellen, auch bisher ungedruckter, und unter Berücksichtigung der Schriften des Professors Ludwig Hirt, der Fontane 1892 untersucht hat, kommt Gravenkamp zu dem Schluss, dass der Schriftsteller unter einer endogenen Depression litt. Diese seelische Störung aus körperlicher Ursache war für Fontanes Ärzte noch nicht erkennbar. Gravenkamps Diagnose stützt sich auf frühere gleichartige Störungen, für die sich Hinweise in Werken und Briefen finden, und auf die Familienanamnese.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2004
Alexander Kosenina zeigt sich in seiner kurzen Kritik von diesem Buch über die Krankheiten Theodor Fontanes von Horst Gravenkamp sehr angetan. In dieser "hübschen Studie" wird nicht nur die endogene Depression, unter der Fontane zeitweise litt, aus zahlreichen Briefen und Dokumenten nachgewiesen, sondern auch auf allerlei andere Gebrechen des Schriftstellers hingewiesen, berichtet der Rezensent. Am "schönsten" fand der ungerührte Kosenina die Berichte über die übertriebene Angst Fontanes vor Zugluft.
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