Gotthard Erler

Das Herz bleibt immer jung

Emilie Fontane. Biografie
Cover: Das Herz bleibt immer jung
Aufbau Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783351029357
Gebunden, 460 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Emilie Fontanes geb. Rouanet-Kummer (1824-1902) wurde bisher vor allem als Ehefrau, Mutter mehrerer Kinder und Kopistin im "Schriftstellerladen" ihres Mannes wahrgenommen, jetzt tritt sie aus dem Schatten und gewinnt Tiefenschärfe und Plastizität. Der Biograf führt uns durch das Auf und Ab dieses romanhaften Lebens. Aus der Grunderfahrung einer unbehüteten Kindheit und einer ziellosen Jugend entsteht in der jungen Frau das unabweisbare Verlangen nach Sicherheit und familiärer Geborgenheit. Aber gerade das kann ihr der mittellose Journalist und Literat Fontane nicht bieten. Die nach langer Verlobungszeit geschlossene Ehe beschert ihr auf Jahre ein unstetes Leben am Rande der Armut. Erst mit der Stabilisierung von Fontanes schriftstellerischer Existenz entspannt sich die familiäre Situation in materieller und emotionaler Hinsicht. Trotz aller Schicksalsschläge wächst die Gewissheit, ein bevorzugtes Leben zu führen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.10.2002

Warum es eine Biografie über Emilie Fontane geben muss, fragt sich Robert Leicht am Anfang seiner Besprechung, wo sie doch für den Beruf ihres Mannes zunächst nicht mehr war als Kopistin, die Reinschreiberin seiner Manuskripte. Aber dann, meint Leicht, was hätte eine Frau damals schon anderes sein können, und er findet, dass Erler in seiner Studie dieser "nur scheinbar unauffälligen" Frau vieles miteinander verknüpft hat: "Personengeschichte, Literaturgeschichte, Sozialgeschichte, gender-Geschichte". Und dass er dabei noch eine Art Doppelportrait geschrieben hat, denn Herr Fontane wollte wohl mitbedacht werden: schließlich, so Robert Leicht, hat der Fontane-Forscher Erler schon seit einiger Zeit seinen Gegenstand "immer aus dem Blickwinkel Emiliens gesehen". Überhaupt sei dieses Buch "geradezu der Schlussstein seiner Editionstätigkeit", und am Ende findet der Rezensent, sind "die Härten, die Ängste und der Stolz des Schicksals aufgehoben (...) in einem Trio der märkischen Sprachmusik", also wohl in den Stimmen Emilie und Theodor Fontanes und Gotthard Erlers. Mehr erfahren wir in dieser Besprechung nicht, schon gar nichts über Emilie.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.06.2002

Gotthard Erler, der "große" Fontane-Herausgeber des Aufbau-Verlages, hat eine "wunderschöne" Biografie nicht über den Schriftsteller, sondern über dessen Frau Emilie geschrieben, ruft Astrid von Pufendorf begeistert aus. Darin zeichnet der Biograf das bewegte Leben einer ungewöhnlichen Frau nach, berichtet die Rezensentin. Leicht hatte es die 1824 in Dresden geborene Fontane-Gattin nicht. Nach der Geburt wurde sie zur Adoption freigegeben, wuchs bei einem Künstler und dessen häufig wechselnden Lebenspartnerinnen wenig behütet auf, lernte im Alter von zehn Jahren Fontane kennen, den sie Jahre später in Berlin wiedertraf, heiratete und fortan mit ihm sämtliche Schwierigkeiten des Lebens meisterte, referiert Pufendorf, die überhaupt in ihrer sehr langen Besprechung sehr detailliert auf die einzelnen Stationen im Leben der Emilie Fontane eingeht. Die Rezensentin ist kritiklos glücklich mit dieser "interessanten" Biografie, die uns Erler "geschenkt" habe.

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