Herausgegeben von Rosemarie Schillemeit. Die in diesem Band zusammengestellten Aufsätze des 2002 verstorbenen Literaturwissenschaftlers Jost Schillemeit aus den Jahren 1964 bis 2001 stellen in ihrer Vielfalt die Summe seines wissenschaftlichen Schaffens zum Thema dar. Um die im Zentrum stehende Arbeiten zu Goethe gruppieren sich Untersuchungen zu systematischen und philosophisch-philologischen Problemen, Arbeiten zu einzelnen Autoren der Goethezeit und darüber hinaus, etwa zu Wilhelm Raabe und Theodor Fontane, sowie die mittlerweile zum philologischen Klassiker avancierte Untersuchung "Bonaventura. Der Verfasser der Nachtwachen" (1973), in der Schillemeit das lange umrätselte Pseudonym August Klingemanns lüftete.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2006
Wie ein Buch aus besseren Tagen kommen Hans-Jürgen Schings Jost Schillemeits Goethe-Studien vor. Schings kann nicht umhin, seine Freude über das Buch mit einigen Seitenhieben auf die heutige Philologie zu würzen, die hier vorgeführte Tugenden wie "Geduld und Maß", "Autopsie", Instinkt und genaue Analyse seiner Meinung nach vermissen lässt. Daran, dass all das auch Ergebnisse zeitigt, lässt Schings keinen Zweifel. Von "entdeckerischen Glücksfällen" ist die Rede, etwa wenn der Autor sich mit mikrokopischem Blick den Faust-Paralipomena nähert oder "verschlungene Filiationen" Goethes (mit osmanischen Eliten etwa) aufdeckt. Für Schings zeigt der Band, wie "unaufdringliche Gelehrsamkeit" die Lust am Text befördern kann.
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