Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Ein Roman, drei Wartende: Der alte Regisseur Hajime Inoue wartet auf die Sonne, dass sie ihm das ersehnte Licht für seinen Film bringe. Shiro, der Filmrequisiteur, wartet, dass sein Bruder aus dem Koma erwacht. Und Fujisawa, der Yakuza, wartet auf die Tasche von Shiros Bruder, deren Inhalt so gefährlich ist, dass sie das Ende der Welt in sich trägt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2007
Diesem Roman "ums Warten" hat sich der Rezensent nicht entziehen können. Zwar findet Steffen Gnam die Metaphorik des japanischen Autors Hitonari Tsuji mitunter "überreizt" und den einen oder anderen Erzählstrang "überstrapaziert", insgesamt aber hat ihn das Buch, das er mal als "literarisches Roadmovie", mal als "philosophisches Kammerspiel" bezeichnet, fasziniert. Der Reiz scheint sich für ihn gerade aus dem Kontrast von meditativen Passagen etwa über Stilmittel japanischer Kunst und plakativ geschilderte soziale Realität, etwa Tokios, zu ergeben. Dass Tsuji zudem auf poetische Weise private und kollektive Reminiszenzen kombiniert, macht den Text für Gnam sogar zu einem Beitrag zur "unterentwickelten japanischen Erinnerungskultur".
Die Rezensentin Susanne Messmer ist enttäuscht von diesem Buch des Japaners Hitonari Tsuji, der neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller auch noch Rocksänger, Fotograf und Filmemacher ist - und das, obwohl der Roman eigentlich ganz vielversprechend anfängt. Dementsprechend wohlwollend lässt sich die Rezensentin auf die Nöte des recht blassen Protagonisten ein, sie findet die entworfenen Szenarien zunächst "sehr bestrickend". Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto stärker fühlt sie sich an von Haruki Murakamis Roman "Mister Aufziehvogel" erinnert. Das gilt für die angeschnittenen Themen ebenso wie das Changieren "zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit". Letztendlich reicht die Kopie nach Meinung der Rezensentin keineswegs an die Qualitäten des Originals heran - und erweist sich deshalb als eine nicht wirklich lohnenswerte Lektüre.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…