Aus dem Japanischen von Sabine Mangold. Lui ist neunzehn Jahre alt, auffallend schön und gelangweilt. In einer Bar trifft sie den kleinen Gauner Ama, dessen gespaltene Schlangenzunge sie so fasziniert, dass sie mit ihm zusammenzieht und sich ihre Zunge piercen lässt - ein Tabu in Japan. Die Manipulation des Aussehens und der Schmerz geben Lui das Gefühl, am Leben zu sein. Entschlossen, die eigenen Grenzen zu überschreiten, bittet sie den Meistertätowierer Shiba, ihr ein mystisches Motiv auf den Rücken zu tätowieren. Als Gegenleistung fordert Shiba ein bizarres erotisches Dreiecksverhältnis. Lui willigt ein, doch dann verschwindet Ama spurlos. Und Lui muss sich ihren Gefühlen und Obsessionen stellen. Hitomi Kaneharas preisgekrönter Debütroman erzählt von einer schockierenden Liebesbeziehung, in der Leidenschaft und Schmerz, Licht und Dunkelheit, Liebe und Hass sich die Waage halten. Tokyo Love wurde in Japan ein Bestseller mit mehr als einer Million verkaufter Exemplare.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2006
Mit neunzehn hat die japanische Autorin Hitomi Kanahara im Jahr 2003 die bedeutendste literarische Auszeichnung ihres Landes erhalten. Bei der Lektüre dieses Meisterwerks der "Chick Lit" ist dem Rezensenten A.Bn. allerdings ein bisschen anders geworden. Rau geht's nämlich zu im Leben der Heldin Lui, der der Luxus eines Edelprostituierten-Daseins die Langeweile nicht vertreiben kann. So kommt's zu Alkohol- und Drogen-Exzessen, zu Sado-Maso-Sex und zu guter Letzt zum Mord. Das alles ist, konstatiert der Rezensent, sehr gekonnt erzählt - ein bisschen beunruhigend findet er diese Selbstdiagnose der jungen Generation in Japan allerdings doch.
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