Aus dem Japanischen von Peter Raff. Hayashi Kyko begann ihre schriftstellerische Tätigkeit im Jahre 1962 und war seither sehr produktiv. Ihre Werke handeln vor allem von Nagasaki und Shanghai: Einerseits berichtet sie über die Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse als Opfer der Atombombe, andererseits über ihr Leben als Exotin in einem fremden Land. In Erfahrungen eines langen Menschenlebens erzählt Hayashi von ihrer Pilgerreise zu 33 buddhistischen Tempeln, die ihr Erlösung von quälenden Erinnerungen und dem Verlust von Freundinnen bringen soll. Die zweite Erzählung schildert die Eindrücke der Autorin auf dem nuklearen Testgelände Trinity in New Mexico.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2012
Kyoko Hayashis erzählerisches Werk ist, so lernen wir von Ludger Lütkehaus, eng verwoben mit den Erfahrungen der Atombombenabwurfs, den die Autorin unwahrscheinlicherweise als junges Mädchen in Nagasaki überlebte, und mit der Frage, wer als Strahlenopfer - als hibakusha - anerkannt wird. Kann jemand Opfer sein, an dem keine physischen und psychischen Schäden erkennbar sind? Wie Lütkehaus informiert geht es um die Bewältigung des Traumas auch in diesen beiden Erzählungen: In der einen nähert sich Hayashi der atomaren Katastrophe aufgrund persönlicher Erinnerungen an ihre Schulfreundin, in der zweiten reist sie nach New Mexiko, um das Testgelände von Trinity zu besuchen. Lütkehaus versucht erkennbar, der Autorin gerecht zu werden, ist aber offenbar kein großer Freund ihres etwas monotonen um den Opfer-Sonderstatus kreisenden Schreibens.
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