Während der Weimarer Republik war Hermann Pünder Staatssekretär der Reichskanzlei unter verschiedenen Kanzlern. Nach dem Zweiten Weltkrieg leistete Pünder in dem von den Alliierten besetzten Deutschland als Oberpräsident der Bizone und später der Trizone, aus der die Bundesrepublik Deutschland hervorging, einen bedeutenden Beitrag der Wiedererrichtung des parlamentarisch-demokratischen Rechtsstaats. Damit fiel ihm gleichsam eine Brückenfunktion bei der Überwindung des Abgrunds zwischen der ersten und der zweiten deutschen Republik zu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2012
Rudolf Morsey scheint ein wenig hin- und hergerissen zwischen Lob und Tadel zu dieser Arbeit über den Kölner Unionspolitiker Hermann Pünder. Verfasst hat sie Hildegard Wehrmann, und zwar, wie der Rezensent vermeldet, mit dem Willen, Deutschlands Weg nach Europa anhand von Pünders Lebenswerks nachzuzeichnen, das sich wiederum aus der Vita und den politischen Vorstellungen des früheren Staatssekretärs der Reichskanzlei und Mitgründers der CDU zusammensetzt. Dass die Autorin sich fleißig beim Tagebuch und bei den Memorien Pünders bedient, findet er in Ordnung, weiß die Autorin doch davon ausgehend prägnante, gut systematisierte Beschreibungen zu seinem Einsatz für eine europäische Einigung zu liefern. Gewöhnungsbedürftig, ja beliebig erscheint Morsey, das um Aktualisierung bemühte Verfahren der Autorin, Stellungnahmen Pünders in Beziehung zu setzen zu entsprechender jüngerer und jüngster Literatur. Ein Personenverzeichnis vermisst er im Band.
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