Hilary Spurling

La Grande Therese

Die Geschichte eines Jahrhundertschwindels
Cover: La Grande Therese
Berenberg Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783937834177
Gebunden, 104 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Matthias Wolf. Dies ist die unglaubliche Geschichte von Therese Humbert, einem Bauernmädchen aus Toulouse, das auszog, um sich Geld auf Schlösser und Ländereien zu leihen, die nur in ihrer Fantasie existierten. Sie war damit so erfolgreich, dass sie zur unumschränkten Herrscherin der Pariser Gesellschaft aufstieg und es zwanzig Jahre lang auch blieb. Die Aufdeckung ihres Jahrhundertschwindels führte 1904 zu einer kleinen Staatskrise. Kompromittierte Herrschaften schossen sich eine Kugel in den Kopf, Therese wanderte ins Gefängnis und wurde vergessen. Die Biografin Hilary Spurling hat die Geschichte der großen Therese entdeckt, als sie den familiären Hintergrund von Madame Matisse erforschte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.09.2007

Mit viel Vergnügen (und Respekt vor dem herausgebenden Berenberg-Verlag und der Autorin, die den Stoff auch entdeckt hat) bespricht Rezensentin Margrit Gerste diese Geschichte einer Köpenickiade aus der französischen Belle-Epoque. Jene Therese Daurignac sei aus armen Verhältnissen gekommen und habe dann eine beachtliche Karriere als Hochstaplerin gemacht. Ihren Betrug bezeichnet die Rezensentin als Gesamtkunstwerk des 19. Jahrhunderts. Mit Lust zeichnet die Rezensentin die Geschichte der erschwindelten Schlösser und Millionen nach, freut sich an den erlogenen Geschichten und resümiert schließlich nach höchst befriedigender Lektüre: dies nun gäbe einen fantastischen Filmstoff ab.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.08.2007

Für Peter Michalzik hat das Buch von Hilary Spurling "La Grande Therese" den "Charakter einer Rehabilitierung, mehr: einer Wiedergutmachung". Während der Arbeit an ihrer Matisse-Biografie sei die Autorin nämlich das erste mal auf jene Hochstaplerin gestoßen, die sie dann nicht mehr losgelassen habe, erklärt der Rezensent. Jetzt ist sie Titelheldin eines historischen Tatsachenberichts, der einen vergessenen Jahrhundertschwindel wieder aufleben lässt. So erfahre man viel über den Aufstieg und den Niedergang jener "Zauberin", die sich schon seit frühester Jugend mit ihrer überbordenden Fantasie aus den ärmlichen Verhältnissen im Languedoc zu emanzipieren wusste und es so bis in die obersten Pariser Kreise schaffte. Doch der Clou dieser Geschichte, die Michalzik "wie ein Märchen aus der Wirklichkeit" vorkommt, bestehe vor allem darin, "was Thereses Aufstieg und Fall über ihre Zeit erzählt".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.04.2007

Dorion Weickmann hat sich vor Freude die Hände gerieben über die Geschichte der Hochstaplerin Therese Humbert, der die gesamte Pariser Gesellschaft zu Füßen lag. Wie Weickmann erzählt, ist "La Grande Therese" als Provinznudel aufgebrochen und hat sich mit Verweis auf eine anstehende Erbschaft aus Amerika rotzfrech ein gigantisches Vermögen zusammengeschwindelt, den Sohn des Justizministers geheiratet und alles, was Rang und Namen hatte, in ihrem Salon empfangen. Fast dreißig Jahre konnte sie dieses Leben führen, immer mehr Schlösser und Burgen zusammenraffen, bis der Schwindel aufflog. Hilary Spurling, informiert Weickmann, ist auf Therese Humbert gestoßen, als sie für ihre Henri-Matisse-Biografie recherchierte. Über das Buch sagt er in seiner Rezension nicht viel, er nennt es "furios". Der Stoff spricht für sich.

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