Herbert Marcuse

Herbert Marcuse: Nachgelassene Schriften

Band 1: Das Schicksal der bürgerlichen Demokratie
Cover: Herbert Marcuse: Nachgelassene Schriften
zu Klampen Verlag, Lüneburg 1999
ISBN 9783924245832
Gebunden, 176 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Vorwort von Peter-Erwin Jansen. In diesem Band finden sich Marcuses Schriften zur großen, humanitären Idee und schlechten formalen Realität der Demokratie. Seine Haltung zur bürgerlichen Demokratie ist von der Angst vor einem erneuten Abgleiten in den Faschismus und der Hoffnung auf ein wahrhaft demokratisiertes Zusammenleben der Menschen geprägt. Die Entstehungszeit der versammelten Texte erstreckt sich von 1951, als Marcuse, noch im Dienste der US-Regierung, einen ersten Blick auf die wiedererstandene Demokratie in Westdeutschland wirft, bis in die Jahre 1973/74, als er die autoritären Tendenzen der von Vietnam-Krieg und Watergate-Skandal zerrissenen amerikanischen Demokratie geißelt. Die Ausgabe der "Nachgelassenen Schriften" Herbert Marcuses bietet eine Auswahl aus dem umfangreichen Nachlass des bedeutenden Sozialphilosophen. Die wichtigsten bisher unpublizierten oder auf deutsch nicht zugänglichen Schriften Marcuses werden thematisch gruppiert, vom Herausgeber erläutert und mit einer Einleitung versehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2001

Eine weitere Leiche im Keller des Hauses Suhrkamp: die volltönend begonnene Marcuse-Werkausgabe, die sich bald als nur zögerlich fortgesetzte, schlampig gemachte Neuveröffentlichung des Bekannten entpuppte, oder, in den scharfen Worten des Rezensenten Stefan Dornuf, als ein "spektakulärer Ausverkauf der einst vielgepriesenen `Suhrkamp Culture`". Umso verdienstvoller, so Dornuf, nun die im Verlag Dietrich zu Klampen erschienenen zwei Bände mit Schriften aus dem Nachlass (zu dem es, vielleicht eine kleine Marcuse-Renaissance anzeigend, eine amerikanische Parallelaktion mit der Veröffentlichung von "Collected Papers", Routledge, London/New York 2001 gibt). Vor allem aber zeigt sich Dornuf ganz begeistert von dem, was er da zu lesen bekommt, denn Marcuse erweise sich in den versammelten Aufsätzen als "ein großer Denker des 20. Jahrhunderts". Sehr interessant zu beobachten, so Dornuf, dass Marcuse zuletzt, ganz gegen die Tendenz der Neuen Linken zur Verschmelzung von Kunst und Alltag, im Rückgriff auf eine Werk-Ästhetik auf der Irreduzibilität des Kunstwerks bestand (und damit, wäre hinzuzufügen, Adorno näher war, als der wohl glauben wollte). Als vielleicht schönsten Fund der in diesen Bänden veröffentlichten Texte preist Dornuf am Ende "ein paar atemberaubend dichte Blätter zu Proust". Er empfiehlt im übrigen die parallele Lektüre des amerikanischen Bandes, da so Marcuses - in der Enttäuschung über seinen Lehrer Heidegger mitbegründete - entschiedene Abkehr von der deutschen Sprache, seine verblüffende Aneignung des Englischen und die mühsame Rückkehr zum Deutschen nachzuverfolgen sei.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2000

In einer Kurzrezension weist der autor mit dem Kürzel "lx." darauf hin, dass sich hier erstmals einige Vorträge dieses "demokratieskeptischen" Philosophen finden, der für die 68er-Bewegung so wichtig war. Die Texte seien aus Typoskripten erstellt, die Ausgabe auf sechs Bände angelegt.
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