Tim Weiner

Ein Mann gegen die Welt

Aufstieg und Fall des Richard Nixon
Cover: Ein Mann gegen die Welt
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100024626
Gebunden, 464 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christa Prummer-Lehmair und Rita Seuß. Tim Weiner zitiert die geheimen Besprechungen Nixons im Oval Office, unter anderem mit Henry Kissinger, auf Grundlage von Tonbandmitschnitten des Weißen Hauses und weiteren brisanten Dokumenten, die erst seit kurzem zugänglich sind. Lügen, Paranoia und Bestechung - unter Richard Nixon erlebten die USA die katastrophalste Präsidentschaft ihrer Geschichte. Der verlorene Vietnam-Krieg und der Watergate-Skandal wurden zu Symbolen seiner Politik. Weiner blickt hinter die Kulissen der großen Politik während des Kalten Krieges, hautnah schildert er Nixons Treffen mit Mao und Breschnew und deckt auf, was Nixon wirklich über den deutschen Kanzler Willy Brandt und die Entspannungspolitik dachte - für die deutsche Ausgabe verfasste Tim Weiner ein eigenes Kapitel zu Brandt und Nixon. Zugleich zeichnet Weiner den politischen Selbstmord des US-Präsidenten nach und zeigt: Watergate war nur der Höhepunkt in einer Kette von Manipulationen und Fehlentscheidungen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 28.04.2016

Zu Beginn seiner Besprechung macht Rezensent Hannes Stein deutlich, wie ungerecht die nachträgliche Bewertung von US-Präsidenten bisweilen ist - und wie sehr sie auch von Äußerlichkeiten abhängt. Während Franklin D. Roosevelt trotz grober Verfehlungen als Lichtgestalt gilt, hat Richard Nixon ein mieses Image, so Stein. Mit Tim Weiner zeichne nun ein Pulitzer-Preisträger und ehemaliger Reporter der "New York Times" die politische Laufbahn Nixons nach. Rezensent Stein tut es ihm gleich, ohne Weiners Buch ausdrücklich zu bewerten. Der wichtigste Abschnitt sei der über Watergate und den Vietnamkrieg, für die deutsche Ausgabe habe der Autor zudem ein Kapitel über Nixons schwierige Beziehung zu Willy Brandt eingefügt, die Weiner überrascht, Stein aber nicht. Sollte Donald Trump US-Präsident werden, werde sich das Buch "umgehend als Makulatur erweisen", schließt der Kritiker, denn dann sei im Vergleich Nixon die Lichtgestalt.