Wolfgang Will

Herodot und Thukydides

Die Geburt der Geschichte
Cover: Herodot und Thukydides
C. H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406682179
Gebunden, 280 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Das 5. Jahrhundert v. Chr. war in Griechenland geprägt durch zwei gewaltige Kriege - den Krieg der Hellenen gegen die Perser und den Peloponnesischen Krieg, in dem sich die Bündnissysteme der Athener und der Spartaner gegenüberstanden. Die dramatischen Ereignisse, die damals den Mittelmeerraum erschütterten, haben in Herodot und Thukydides ihre Chronisten gefunden. Ihre Werke zählen bis auf den heutigen Tag zur Weltliteratur. Wolfgang Will lässt die Zeit des Herodot und des Thukydides wieder lebendig werden. Er skizziert die Weltbilder, Geschichtsbilder und Menschenbilder, die ihren Werken zugrunde liegen und lässt das Bewusstsein der Griechen für die eigene Identität und ihre Abgrenzung gegenüber dem Fremden verständlich werden. Nicht zuletzt gelingt es ihm, die Kunst der großen Schlachtendarstellungen, die ausgefeilten Erzähltechniken, die Beschreibung der Götter, der Staatsorganisation, der wirtschaftlichen, aber auch der gesellschaftlichen Verhältnisse zu erklären. Einen besonderen Akzent legt er auf die Bedeutung der Humanität des Historikers.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2016

Rezensent Thomas Ribi freut sich, Herodot und Thukydides in dieser Parallelmonografie des Althistorikers Wolfgang Will vereint und getrennt zu sehen. Sowohl Gemeinsamkeiten als auch das Eigenständige der beiden kann ihm der Autor übersichtlich, wenngleich in der Anlage etwas schematisch, wie der Rezensent meint, darlegen. Vor allem Herodot erscheint Ribi in seiner Pionierstellung, was seine skeptische und nachvollziehbare Quellenbehandlung betrifft. Wie Thukydides darauf aufbaut und schließlich mit Herodot den Willen teilt, die Ursachen historischer Geschehnisse auszumachen und darin nach Konstanten menschlichen Verhaltens zu forschen, macht ihm der Autor gleichfalls faktenreich und mittels sorgfältiger Recherche verständlich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.01.2016

Als einzigartige Geschichtsschreiber erlebt Thomas Meyer Herodot und Thukydides in diesem Buch des Althistorikers Wolfgang Will. Missverständnisse, Vorbehalte und Auslassungen sieht er bei Will beseitigt und fühlt sich an Schullektüren erinnert, die er hier aufs Beste auffrischen und ergänzen kann. Wenn der Verfasser in den Werken der beiden Klassiker idealtypische Formen entdeckt, Menschen- und Völkerschicksale zu vergegenwärtigen, horcht Meyer auf. Erfreut über die kompakte, moderne, informative wie klar formulierte Studie, lässt er sich von Will Schlachten vergegenwärtigen und Verhaltensweisen sowie soziale, gesellschaftliche und kulturgeschichtliche Veränderungen der Antike gerne deuten. Sogar die "dunklen" Passagen bei Thukydides werden dem Rezensenten dadurch erhellt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2015

Als "erwachsenes Buch für erwachsene Leser" empfiehlt Rezensent Uwe Walter dieses Buch, in dem der Historiker Wolfgang Will die beiden griechischen Väter der Geschichtsschreibung porträtiert. Kluge Beobachtungen verbinden sich in den Augen des Rezensenten mit einer "vortrefflichen Einführung" in die Werke der beiden Geschichtsschreiber und lesenswerte Kapitel zu Gesellschaft, Welt- und Menschenbilder. Besonders gut findet Walter Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Herodot und Thukydides herausgearbeitet, ihre unterschiedlichen Akzente auf Augenzeugen und kollektive Erinnerungen: Während Herodot sich auf Erzählungen und Sinnzusammenhänge kaprizierte, in denen sich seine Zuhörer wiederfinden konnten, machte sich Thukydides zum Herrn über die Geschichte. Neu und erhellend waren für den Rezensenten Wills Beobachtungen zum Lachen bei Herodot und den fehlenden Frauen bei Thukydides.
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