Aufstieg und Fall der Menschheit
Warum unsere Spezies am Rand des Aussterbens steht

Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN
9783498007737
Gebunden, 288 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Monika Niehaus und Coralie Wink. Erstmals in der Geschichte der Menschheit geht die Wachstumsrate unserer Spezies zurück. Bereits in rund 50 Jahren wird die Zahl der Menschen auf der Erde abnehmen - und zwar schnell. In diesem Buch erzählt der Wissenschaftsautor Henry Gee die Geschichte unserer Art - von den Anfängen bis zu ihrem Ende. Er zeigt, wie es den Menschen gelingen konnte, sich immer weiter auszubreiten, obwohl ihre genetische Vielfalt kleiner ist als die der Schimpansen. Wie sie immer neue Herausforderungen überstanden, ihre Lebensgrundlagen rücksichtslos zerstörten, und warum es aus wissenschaftlicher Sicht unausweichlich ist, dass unsere Herrschaft über die Erde ein Ende haben wird. Unvergleichlich kenntnisreich und leichtfüßig erklärt Gee das Rätsel um die sinkende Fertilitätsrate der Menschheit und die Probleme, die eine schwindende Population mit sich bringt. Doch Gee sagt, es gibt Hoffnung: Uns bleiben noch gut 200 Jahre, um einen Ausweg zu finden. Wir müssen uns dringend einer Zukunft stellen, die viel Einfallsreichtum, Weitsicht und Zusammenarbeit von uns verlangt. Einer Zukunft im All.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 08.08.2025
"Keine Art lebt ewig" lehrt uns die Evolutionsgeschichte. Und laut dem Biologen und Paläontologen Henry Gee gibt es keinen Grund anzunehmen, dass das auf die Menschheit nicht zutrifft, erklärt Rezensentin Dagmar Fröhlich. Eher im Gegenteil sogar: Umweltzerstörung, Rohstoffmangel, sinkende Geburtenraten, und die geringe genetische Varianz - lauter Gründe, aus denen die Menschen bald sehr viel weniger werden und schließlich, eher früher als später, aussterben werden. Wobei "früher" heißt: In 10 000 Jahren, vielleicht. Gee erläutert diese Gründe im zweiten Teil seines äußerst lehrreichen, spannenden und provokanten Buches "Aufstieg und Fall der Menschheit", nachdem er im ersten Teil erklärt hat, wie der Homo Sapiens sich auf der Erde durchsetzen konnte. Der Autor selbst hätte es wohl bei diesen beiden Teilen belassen, doch der Verlag wollte unbedingt ein optimistisches Ende, weiß Fröhlich. Und so denkt der Autor im dritten Teil über Möglichkeiten nach - Stichwort: Raumfahrt - an die er selbst nicht recht glaubt, und welche die Rezensentin daher eher verstören als ermutigen. Seinen Zweck erfüllt dieses Buch dennoch: Aufzuklären und aufzurütteln, denn 10 000 Jahre sind eine lange Zeit, und auch eine aussterbende Menschheit will in stabilen Gesellschaften leben...
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.07.2025
Es sieht nicht so gut aus für den Fortbestand der Menschheit, liest Rezensent Gerrit Stratmann bei dem Evolutionsbiologen Henry Gee, der dem Homo Sapiens noch maximal 10 000 Jahre gibt. Wir lernen die Gründe für den Bevölkerungsrückgang von selbstbestimmtem Frauenleben bis ökonomischen Fragen kennen, auch die Geschichte der "Familie der Homininen", aus der der heutige Mensch als einziger übriggeblieben ist. Über den "Austieg des modernen Menschen" geht es nun zu den Vorschlägen Gees, die Stratmann durchaus interessiert liest, aber (zum Beispiel, die Menschheit ins All zu verfrachten) nicht vollumfänglich gut findet. Dennoch ein aufschlussreiches Buch darüber, dass wir etwas tun müssen, um den Bevölkerungsrückgang und den Niedergang der Spezies Mensch aufzuhalten, resümiert er.