Henrik Müller

Wirtschaftsfaktor Patriotismus

Vaterlandsliebe in Zeiten der Globalisierung
Cover: Wirtschaftsfaktor Patriotismus
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783821856230
Gebunden, 224 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Seit Jahren schwächelt die deutsche Wirtschaft, und die Stimmung im Land ist schlecht, die Gesellschaft verängstigt und verzagt. Warum? Weil, so die These von Henrik Müller, es den Deutschen an Patriotismus mangelt. Und weil gerade in der Ära der Globalisierung eine intakte nationale Identität zum entscheidenden ökonomischen Vorteil geworden ist: Es sind Nationen, die sich im weltweiten Wettbewerb als Kollektive behaupten müssen, indem sie Investitionen, Jobs und hochqualifizierte Arbeitskräfte an sich binden. Wir Deutsche tun uns damit schwer. Deshalb verkaufen wir uns schlecht im Standortwettbewerb, fehlt uns die Kraft zum großen Reformpakt, wandern die mobilsten und produktivsten Köpfe ab. Was also tun? Können wir wirklich lernen, patriotischer zu werden?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.09.2006

Rezensent Jakob Vogel hält nicht allzu viel von dieser Publikation, obwohl sie ihm einige interessante Innenansichten der Gedankenwelt einer deutschen Managementelite ermöglicht hat. Denn schon deren Ausgangsthese, das nationale Befinden wirke sich auch auf die Wirtschaftskraft aus, sieht Vogel auf "tönernen Füßen" stehen und widerlegt diese These am Fall Deutschlands. Aber auch die übrigen Thesen des Buchs klingen Vogel zufolge zwar knackig, sind aus seiner Sicht jedoch oft "überzogen" oder basieren auf "Halbverdautem" aus der historischen und sozialwissenschaftlichen Literatur. Erschütternd findet Vogel schließlich die "phänomenale Unkenntnis" des Autors, den er als geschäftsführenden Redakteur des "Manager Magazins" vorstellt, über Diskussionen zum Thema im Ausland. Abstrus schließlich erscheint dem Rezensenten die Forderung des Autors nach einem "regionalen Patriotismus", in dessen Folge ihm sogar eine "Zerschlagung der Bundesrepublik" vorschweben würde.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2006

Rezensent Theresia Theurl lobt Henrik Müllers Buch über die Ursachen der unzureichenden globalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Einverstanden ist sie nicht nur mit dem Befund des Autors, Deutschland sei dem globalen Wettbewerb ob Reformstau, mentaler Erstarrung und Zukunftsangst nicht mehr gewachsen, sondern auch mit seiner Erklärung für die Ursache der Misere: die liege an der kaum ausgebildeten patriotischen Gesinnung der Deutschen und ihrer mangelnden emotionalen Bindung an den Staat. Sie unterstreicht, dass auch die Eliten in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Verwaltung gescholten werden, weil sie Visionen und "Leadership" vermissen lassen. Der Forderung des Autors nach mehr Wettbewerbsföderalismus nach Art der USA oder Kanadas kann sich Theurl nur anschließen. Ihr Fazit: ein "anregendes und uneingeschränkt lesenswertes Buch".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2006

Ein wenig zwiespältig findet Rezensentin Karen Horn dieses Buch über Patriotismus als Wirtschaftsfaktor, das Henrik Müller vorgelegt hat. Neben Thesen, die sie gerne unterschreiben mag, bietet der Autor nämlich auch solche, die ihr recht fragwürdig scheinen. Etwa dessen Überzeugung, der Wettbewerb werde in der Globalisierung zwischen Nationen ausgetragen und nicht zwischen Unternehmen. Gleichwohl kann Horn mit Müllers Grundthese, der Mangel an emotionalem Zusammenhalt und aufgeklärtem nationalen Selbstbewusstsein in Deutschland sei für zahlreiche negative wirtschaftliche und soziale Auswirkungen verantwortlich, durchaus etwas anfangen.
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