Vorliegende Publikation stellt 16 Klassiker der Kunstgeschichte aus den letzten hundert Jahren vor. Renommierte Kunsthistoriker, internationale Koryphäen ihres Faches, behandeln je eines der Werke. Sie gehen auf Genese und Kontext der Studien und auf die Vita ihrer jeweiligen Verfasser ein, geben aber auch der Frage Raum, ob der besprochene Klassiker heute noch Interesse beanspruchen darf. Geschichte muss, das ist ein Gemeinplatz, periodisch neu betrachtet werden. Das gilt auch für die Klassiker eines Faches. Manch Altes ist - manchmal zu Recht - vergangen. Doch gibt es auch Perlen, welche einer beglückenden Neuentdeckung harren. Diese Anthologie weist hier den Weg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2016
Peter Geimer nimmt den von Richard Shone und John-Paul Stonard herausgegebenen Band zum Anlass, um über die Notwendigkeit der Feststellung von Klassikern als Mittel der Geschichtsschreibung nachzudenken. Im vorliegenden Band geht es um die Kunstgeschichte und ihre einflussreichen Monografien. Im nun auf Deutsch vorliegenden Band entdeckt Geimer nur einen zeitgenössischen deutschsprachigen Autor, Hans Belting und sein Buch "Bild und Kult" von 1990. Desweiteren trifft er auf Clement Greenberg, Svetlana Alpers und Alfred Barr. Die Auswahl im Band sieht Geimer kritisch, er weiß aber, dass es keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit geben kann. Gut gefällt ihm, dass auf kontroverse Thesen oder als überholt geltende Aspekte der besprochenen Werke verwiesen wird. Die ein oder andere auffällige Leerstelle bleibt Geimer dennoch im Gedächtnis, etwa Studien zur Repräsentationskritik oder Jonathan Crarys "Techniken des Betrachters".
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